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Kommunalpolitik zum Zuschauen : Open-Air-Ratsversammlung als Zeichen an wahlmüde Bürger

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erstellt am 28.Mai.2013 | 01:07 Uhr

Rendsburg | "Traurig", "katastrophal", "frustrierend" - das waren nach der Kommunalwahl fraktionsübergreifend die Kommentare angesichts der geringen Wahlbeteiligung. Stadtweit betrug sie nur noch 33,4 Prozent. Lediglich jeder dritte Rendsburger machte von seinem Wahlrecht Gebrauch. Im Stadtteil Mastbrook lag die Beteiligung sogar nur bei 21,9 Prozent. 285 gültige Stimmen bei 1300 Wahlberechtigten. Was tun? Die Landeszeitung bringt eine Idee ins Spiel, die zwar ungewöhnlich ist, aber im ganzen Land Beachtung finden und ein Zeichen für mehr Nähe zwischen der Politik und den Bürgern setzen könnte: eine Ratsversammlung unter freiem Himmel, ein Open-Air-Stadtparlament. Kommunalpolitik zum Anhalten, Zuschauen und Reinhören. Buchstäblich ohne Schwellenangst.
"Eine hervorragende Idee, es wäre wirklich ein symbolischer Schritt der Kommunalpolitik auf die Bürger zu", sagte Bürgermeister Pierre Gilgenast. In der nächsten Woche trifft er sich mit den Fraktionen, auch um über dieses Thema zu sprechen."Begeistert" reagierte Bürgervorsteherin Karin Wiemer-Hinz auf den LZ-Vorschlag, die konstituierende Sitzung der Ratsversammlung am 20. Juni aus dem Alten Rathaus nach draußen zu verlegen. Beispielsweise auf den Altstädter Markt gleich nebenan.
"Eine unheimlich spannende Idee", sagte Karin Wiemer-Hinz. "Die Schwelle ist dann weg. Ich kann mir gut vorstellen, dass jemand, der sonst nicht ins Alte Rathaus kommen würde, die Sitzung verfolgt." Rein formal spricht ihrer Einschätzung nach nichts gegen eine Verlegung ins Freie. Zumindest nicht für den öffentlichen Teil der Ratsversammlung. "Ort und Zeit legt der Vorsitzende fest", so die Bürgervorsteherin. Anja Ilgenstein, Ratsfrau und 2. Stellvertreterin des Bürgermeisters, nannte die Idee einer Freiluft-Ratsversammlung "eine nette Geste der Transparenz, obwohl die Sitzungen ja schon jetzt öffentlich sind." Der Altstädter Markt sei dafür ideal geeignet. "Es darf aber nicht aussehen, als ob da eine Zirkustruppe sitzt", so Ilgenstein. Die Form müsse gewahrt bleiben. Einziges Problem: es könnte regnen. Und die Möbel aus dem Alten Rathaus taugen nicht für den Außeneinsatz. Aber ein Gastwirt, der 40 Gartenstühle plus Tische zur Verfügung stellt, dürfte sich finden lassen. höf

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