zur Navigation springen

Handball-SH-Liga der Männer : Ohne Trainer in das Derby

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In der Handball-SH-Liga hat sich die HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg am Mittwoch von Coach Volker Paul getrennt. Im Derby gegen die HSG Eider Harde am Sonnabend betreut Ex-Spieler Dennis Schrader die Mannschaft.

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2015 | 06:00 Uhr

Paukenschlag bei der HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg: Vier Tage vor dem Derby in der Handball-SH-Liga der Männer gegen die HSG Eider Harde am Sonnabend (16.45 Uhr, Heidesandhalle) hat sich der Tabellenvierte von seinem Trainer Volker Paul (Foto) getrennt. Am Mittwochabend teilte HSG-Leiter Lutz Bünger dem 58-jährigen B-Lizenz-Inhaber mit, dass man nach Rücksprache mit dem Mannschaftsrat die Zusammenarbeit beenden wolle. „Wir haben bei der Mannschaft in dieser Saison keine Entwicklung gesehen. Im Gegenteil: Mit einem besseren Spielermaterial spielen wir einen schlechteren Handball als in der vergangenen Saison“, begründet Bünger den Schritt.

Vor allem die Leistung bei den beiden jüngsten Niederlagen beim TSV Alt Duvenstedt (31:32) und bei der HSG Marne/Brunsbüttel (32:36) bezeichnet Bünger als „sehr enttäuschend“. Deshalb sah er sich gezwungen, noch vor dem Derby die Reißleine zu ziehen und den Vertrag mit Paul aufzukündigen. „Wir haben Volker viel zu verdanken. Nach dem Abstieg aus der SH-Liga hat er in seinem ersten Jahr eine große Euphorie im Verein entfacht. Aber wir haben mit ihm keine Perspektive mehr gesehen und mussten handeln, bevor es zu spät ist“, sagt der HSG-Leiter. Denn nach wie vor hat man bei der HSG die Vizemeisterschaft und den Aufstieg in die Oberliga noch nicht ganz ad acta gelegt. „Die Chance ist immer noch da. So groß ist der Rückstand auf Platz 2 nicht.“ Den belegt derzeit der kommende Gegner, im Falle eines Westerrönfelder Derbysieges würden die Karten wieder neu gemischt. Bünger: „Natürlich erhoffen wir uns auch einen zusätzlichen Kick für das Spiel am Sonnabend. Die Mannschaft hat jetzt kein Alibi mehr. Die Jungs müssen beweisen, dass es am Trainer lag und nicht an ihnen.“ Den geschassten Coach traf die Trennung überraschend. „Damit habe ich nicht gerechnet. Sicherlich war die Leistung nicht immer optimal, aber das hatte auch seine Gründe. Oftmals haben Leistungsträger gefehlt. Aus meiner Sicht hätte man zumindest noch das Derby abwarten können. Bei einem Sieg wären wir wieder in Schlagdistanz zum zweiten Platz. Ich hätte gerne mit der Mannschaft weiter gemacht.“

Doch bereits seit einiger Zeit soll das Verhältnis zwischen Paul und den Spielern nicht mehr das Beste gewesen sein. Hinter vorgehaltener Hand wurde Paul vorgeworfen, dass er zwar ein guter Fitness-Coach sei, aber taktische Schwächen habe und in Stresssituationen im Spiel nicht immer die richtigen Entscheidungen träfe. Zudem beklagten vor allem die jüngeren Akteure fehlende Kommunikation. Bünger: „So kam eins zum anderen.“ Man gehe aber im Guten auseinander, bekräftigt der HSG-Leiter. So erschien Paul gestern noch einmal zum Training in der Heidesandhalle, um sich von den Spielern zu verabschieden. Die Trainingsleitung hatte am Donnerstagabend indes der verletzte Patrick Petriesas übernommen, da man sich auch von Co-Trainer Frank Moreau getrennt hat. „Wir wollten einen sauberen Schnitt. Frank hat das klaglos akzeptiert. Er wäre sowieso nicht als Nachfolger für Volker eingesprungen, weil er beruflich viel zu stark eingespannt ist“, sagt Bünger, der in der kommenden Woche den neuen Coach präsentieren will. Den Namen will er allerdings noch noch nicht verraten. „Der Vertrag soll am Dienstag unterschrieben werden.“ Er und der neue Trainer hatten sich darauf geeinigt, die Zusammenarbeit erst nach dem Derby zu starten. Deshalb wird aller Voraussicht nach am Sonnabend Ex-Spieler Dennis Schrader (Foto) das Kommando an der Seitenlinie haben. Bünger: „Da habe ich gar keine Bedenken. Dennis ist ein Fachmann. Er wird sicherlich die richtigen Worte vor dem Spiel gegen Eider Harde finden.“

Beim Gegner hat man die Vorfälle zehn Kilometer weiter südlich des Kanals aufmerksam registriert. „So ein Trainerwechsel kann eine Mannschaft pushen und neue Kräfte freisetzen. Die Westerrönfelder werden jetzt noch einen Tick heißer sein, als sie es ohnehin schon sind. Wir müssen extrem aufpassen“, sagt Eider Hardes Trainer Thomas Carstensen, der sich vor dem Derby aber nicht zu sehr mit dem Gegner beschäftigen will, sondern sich in erster Linie auf sein Team fokussiert. „Wenn wir das spielen, was wir können, dann werden wir gewinnen. Aber dafür müssen wir besser sein als am vergangenen Wochenende gegen Kronshagen.“ In eigener Halle kassierte die HSG Eider Harde im Verfolgerduell die erste Saisonniederlage (27:31). Carstensen: „Ich hoffe, meine Jungs haben die entsprechenden Lehren aus diesem Spiel gezogen. Alle müssen an ihre Leistungsgrenze gehen, damit wir erfolgreich sind.“ Angst, dass ihn im Falle einer Niederlage am Sonnabend ein ähnliches Schicksal wie Volker Paul ereilen könnte, hat Carstensen nicht. „Im Gegenteil. Ich habe mit dem Vorstand schon die ersten Gespräche im Hinblick auf die kommende Saison geführt. Wir sind absolut im Soll. Selbst wenn wir gegen Westerrönfeld verlieren sollten, wäre das nichts Dramatisches.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert