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Über die Liebe : „Ohne die Liebe wären wir nichts“

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Für ihr Literaturkonzert hat Sabine Kaack, Schauspielerin aus Nortorf, kleine Schätze von Dichtern vergangener Tage gehoben. Zum Valentinstag spricht sie über das größte der Gefühle.

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erstellt am 29.Feb.2016 | 12:16 Uhr

Sie ist zärtlich oder leidenschaftlich, sie ist romantisch oder voller Begierde. Die Liebe hat sich im Laufe der Jahrhunderte wenig geändert. „Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund, ich schrie mir schon die Lungen wund, nach deinem weißen Leib, du Weib“, dichtete François Villon im 14. Jahrhundert – und ähnlich verzehren sich auch heute noch Liebende nach ihrer Angebeteten. „Die Liebe in all ihren Facetten“ beleuchtet Sabine Kaack in ihrem Literaturkonzert, wie sie ihr neues Programm nennt. Passend zum Valentinstag tritt sie damit im Alten Stahlwerk in Neumünster auf.

Heutige Liebende würden ihre Sehnsucht vielleicht in andere Worte fassen als Villon. Aber es sind die Formulierungen vergangener Zeit, die es Sabine Kaack angetan haben, und die Tiefe der Texte. „Es ist ein großer Anspruch, den ich an mein Publikum habe“, gesteht die Schauspielerin aus Nortorf, aber sie unterhält es auch bestens: sie lebt, liebt und leidet, ja spielt die einzelnen Stücke. Zahlreiche Bücher hat Sabine Kaack gewälzt, auf der Suche nach passenden Passagen für ihr Programm. Dabei hat sie manchen kleinen Schatz gehoben, Texte, die in Vergessenheit geraten sind, oder solche, die kaum bekannt waren. Rilke und Goethe sind berühmte Dichter, aber das „Liebeslied“ und die „Nähe des Geliebten“ zählen zu ihren weniger geläufigen Werken.

Wenn Sabine Kaack vorträgt, dann ist Konzentration angesagt, schließlich ist nicht jedes Stück so wild wie der „Erdbeermund“. Aufgelockert werden die Beiträge durch musikalische Zwischenspiele oder passende Untermalung von Eeco Rijken Rapp (Klavier) und David Herzel (Schlagzeug). Das Duo „Boogielicious“ allein ist schon eine interessante Begegnung. Aber im Zentrum steht die Liebe in all ihren Facetten. „Was wären wir ohne die Liebe?“, fragt Sabine Kaack. Und gibt auch gleich die Antwort: „Wir wären nichts!“. Liebe bedeutet für sie „Leben an sich“. Und so ist die Liebe auch nicht nur zärtlich. Sie kann von totaler Begierde und Leidenschaft geprägt sein, wie „Hass“ von Marie von Puttkammer deutlich macht – so dass die Zuhörer fast den Atem anhalten. Oder sie kann komisch bis verspielt sein, wie Novalis in seiner „Ballade“ schildert und das Publikum zum Schmunzeln bringt.

„Dass das Schöne und Berückende nur ein Hauch und Schauer sei, dass das Köstliche, Entzückende, Holde ohne Dauer sei“, textete Hesse in dem Stück „In den Sand geschrieben“. Es gab dem Programm seinen Namen. Denn manchmal ist die Liebe von flüchtiger Natur.

>„In den Sand geschrieben“, Literaturkonzert mit Sabine Kaack und dem Duo „Boogielicious“, Sonnabend, 13. Februar, 20 Uhr, Altes Stahlwerk. Infos: www.altes-stahlwerk.com

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