Rendsburg : "Ohne Bauern geht es nicht"

"Dass die Arbeit der Landwirte nicht anerkannt wird, ist eine Fehlentwicklung", sagt der Landtagspräsident. Die Messe Norla will deshalb Verbraucher und Landwirte ins Gespräch bringen.

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02. September 2011, 08:33 Uhr

Rendsburg | Fleisch vom Galloway und Spitzkohl - das schmeckte Landwirtschaftministerin Juliane Rumpf. Was am Stand der Initiative "Schleswig-Holstein is(s)t lecker" serviert wird, haben die Landwirte des Landes produziert. Aber: "Die Verbraucher haben heute keinen direkten Bezug mehr zur Landwirtschaft", bedauerte die Ministerin gestern bei der Eröffnung der 62. Norla. Sie weiß, dass moderne Tierhaltung und Technik eher kritisch betrachtet werden. Um so wichtiger, dass sich auf dem Rendsburger Messegelände nicht nur die an der Landwirtschaft beteiligten gesellschaftlichen Gruppen untereinander austauschen, sondern auch Verbraucher und Landwirte. "Die Norla ist dafür ein hervorragendes Forum", lobte Juliane Rumpf.

"Dass die Arbeit der Landwirte nicht anerkannt wird, ist eine Fehlentwicklung in unserer Gesellschaft", erklärte auch Landtagspräsident Torsten Geerdts und fügte hinzu: "Ohne Bauern geht es nicht." Stephan Gersteuer von der MesseRendsburg sah jedoch Licht am Horizont - zumindest für die Messetage, für die trockenes Wetter vorhergesagt wurde. "Für die Rapsaussaat könnte es schon zu spät sein", daher könnten die gelben Flächen im kommenden Frühjahr geringer ausfallen als sonst.

Trockenen Fußes informierten sich dann die Vertreter aus Politik und Wirtschaft beim traditionellen Norla-Rundgang über die Schwerpunkte der Messe - unter ihnen auch Claus Heller, Präsident der Landwirtschaftskammer, Werner Schwarz, Präsident des Bauernverbandes und Jürgen Pallasch, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer. Vor einem gigantischen Maishäcksler der Firma John Deere informierte Rolf Busch aus Albersdorf (Dithmarschen) über Neuheiten. 1000 Hektar Mais lassen sich mit der Maschine in einem Monat ernten. Regelrecht winzig nehmen sich dagegen die Oldtimer-Trecker aus, die überall auf dem Gelände zwischen den modernen Maschinen ausgestellt sind und männliche Messebesucher jeden Alters anziehen.

Ein Publikumsmagnet sind auch die Tierschauen. In der großen Tierhalle waren Ronja und ihr Nachwuchs stets von Zuschauern umlagert: Völlig ungerührt durch die Beobachtung hingen die zwölf vor einer Woche geborenen Ferkel an den Zitzen ihrer Mutter, einem Angler Sattelschwein aus der Arche Warder.Öffnungszeiten: tgl. 9-18 Uhr, Eintrittspreise:

Erwachsene 8 Euro, Kinder 3 Euro.

Infos: www.norla-messe.de

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