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Landeszeitung

16. Dezember 2017 | 05:12 Uhr

Objekt des Monats: Elektrischer Stopfpilz

vom

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Herkunft und Datierung: Rendsburg, ca. 1941-45; Material: Kunststoff, Metall, Holz, Inv.-Nr.: HMR 8742.

Dieser elektrische Stopfpilz der Marke AEG - auch Stopflicht genannt - wurde während des Zweiten Weltkriegs hergestellt und sollte das Stopfen von Strümpfen und anderen Kleidungsstücken erleichtern. Die Gebrauchsanleitung erklärt: "Es erleichtert die Stopfarbeit, weil das Gewebe von Innen durchleuchtet und die Beschädigung besser erkannt wird. […] Die Stopfstellen werden sauberer und sehen besser aus. Sehr wichtig, weil Strümpfe und Kleider jetzt länger getragen werden müssen!" Durch Stromzufuhr mittels Steckertrafo (Wechselstrom, 220 bzw. 4 Volt) konnte der Stopfpilz beleuchtet werden. Daraus ergibt sich eine weitere Funktion, die im Kontext des 2. Weltkriegs von Bedeutung ist: Der Stopfpilz konnte nämlich, wie es in der Gebrauchsanweisung heißt, auch als "Handlampe, besonders während der Verdunkelung", genutzt werden. Wem das Licht zu hell war, der konnte es mit Hilfe einer selbst gebastelten Blende, für die ein Schnittmuster in der Verpackung beilag, etwas dimmen.

Erfunden hat den Stopfpilz angeblich Konrad Adenauer, dem die AEG jedoch das Patent entzogen haben soll. Beweisen lässt sich das nicht. Außer Zweifel ist jedoch, dass die Produktion des Stopflichtes aufgrund zu geringen Absatzes relativ schnell wieder eingestellt wurde. Heutzutage ist der Stopfpilz (wie auch die Nachfolgevariante, das Stopfei) nahezu in Vergessenheit geraten und kommt so gut wie nicht mehr zum Einsatz. Statt gestopft wird neu gekauft.

Jeden Monat stellt Dr. Martin Westphal, der Leiter der Museen im Kulturzentrum, ein ausgesuchtes Objekt vor.

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