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Rendsburg : „Obi“ kehrt in den Eiderpark zurück

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Mitarbeiter aus anderen „Obi“-Niederlassungen haben sich bereits für den Standort Rendsburg beworben - nur mit der offiziellen Verkündung wartet der Baumarkt-Branchenprimus noch.

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Rendsburg | Aus „20 Prozent auf alles. Außer Tiernahrung“ wird „Wie wo was weiß Obi“. Der Branchenprimus unter den Baumärkten kehrt nach zehn Jahren in den Eiderpark zurück. Auf diesen Schritt hat sich „Obi“ nach Informationen der Landeszeitung festgelegt. Demnach ist bereits ein Marktleiter ernannt worden. Außerdem haben sich Mitarbeiter aus anderen „Obi“-Niederlassungen schon für den Standort Rendsburg beworben. Bestätigen wollte die Geschäftsführung des Marktführers mit Hauptsitz in Wermelskirchen (Nordrhein-Westfalen) diese Informationen nicht. „Kein offizielles Statement“, hieß es am Mittwoch. Eine weitere und konkretere Anfrage am Donnerstag blieb unbeantwortet. Im Juli hatte der Branchenführer im Zuge der „Praktiker“-Insolvenz Interesse an einzelnen Filialen des Konkurrenten signalisiert.

Im Oktober 2003 war „Obi“ aus dem Eiderpark ausgezogen – dreieinhalb Jahre nach Eröffnung des Fachmarktzentrums. „Praktiker“ übernahm die 9000-Quadratmeter-Verkaufsfläche als Untermieter. Dann kam die Krise. Befeuert durch ein Überangebot an Baumärkten in Deutschland, wurde die einst drittgrößte Baumarkt-Kette durch Managementfehler heruntergewirtschaftet. Den Rest gab der lange und harte Winter 2013. Durch die Insolvenz ist die Marke erledigt. Sie wird abgewickelt. Alles muss raus. Auch die Mitarbeiter.

An der Friedrichstädter Straße sind 54 Männer und Frauen betroffen. 35 von ihnen arbeiten in Vollzeit. Bis zum 21. Oktober haben sie wie berichtet Gelegenheit, einer Transfergesellschaft beizutreten. Nur so bekämen sie für die Dauer ihrer persönlichen Kündigungsfrist weiter Geld. Danach droht die Arbeitslosigkeit. Wer die Auffanglösung nicht nutzt, muss sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls einen neuen Job suchen. Den Betreffenden wird betriebsbedingt gekündigt.

Diese Ausgangslage könnte der Grund dafür sein, dass „Obi“ damit wartet, die Rückkehr nach Rendsburg offiziell zu verkünden. Möglicherweise will man nicht in die Verlegenheit kommen, mit „Praktiker“ über die Übernahme der Stammbelegschaft verhandeln zu müssen. Beweise dafür gibt es nicht. Wohl aber demografische Fakten: Viele der seit langem im Eiderpark beschäftigten „Praktiker“-Angestellten sind älter als 50 Jahre.

Nach LZ-Informationen läuft der Mietvertrag von „Obi“ im Eiderpark noch bis Februar 2015. Derzeit betreibt das Unternehmen keine Filialen nördlich des Kanals. Am dichtesten an Rendsburg liegen die Häuser in Heiligenstedten bei Itzehoe und in Bad Segeberg. Weitere Märkte im Norden gibt es in Elmshorn, Norderstedt und Lübeck.

Nicht nur dank der Zeit von 2000 bis 2003, auch durch eine pikante Personalie ist Rendsburg dem Unternehmen mit dem Biber im Logo bestens vertraut. Der „Obi“-Vertriebsleiter für den Norden kennt den Eiderpark sogar ganz genau. Bis vor nicht allzu langer Zeit war er ebendort beschäftigt – bei „Praktiker“. Als der wirtschaftliche Zerfall sich abzeichnete, wechselte er zum Mitbewerber in Orange.

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