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Obereiderhafen: „Projekt ruht derzeit“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Kaufverträge noch nicht ausverhandelt / Konzept für maritimes Viertel weiterhin unklar / ACO-Chef weiterhin in Sorge über Wohnbebauung

Unter den Kaufverträgen fehlt weiterhin die Unterschrift, eine Detailplanung für das Areal lässt auf sich warten, und bedeutende Konzeptfragen sind ungeklärt: Neun Monate nach dem Ratsbeschluss, die Flächen am Obereiderhafen an die Firma Antan Recona zu verkaufen, hat sich auf den Grundstücken zwischen Gewässer und Bahndamm noch nichts getan. Eine Sprecherin der potenziellen Investoren sagte gestern auf Anfrage der Landeszeitung, dass das Projekt derzeit ruhe. Und sie fügte hinzu: Das sei nicht auf Antan Recona zurückzuführen. Weiter wollte sie sich nicht äußern.

Der Obereiderhafen zählt neben der Eiderkaserne und Hertie zu den wichtigsten Vorhaben der Stadtentwicklung. Antan Recona will ein maritimes Viertel verwirklichen. 1,8 Millionen Euro soll die Firma für die insgesamt 12  400 Quadratmeter großen Grundstücke bezahlen. Bürgermeister Pierre Gilgenast hatte im November die Hoffnung geäußert, die Verträge im Dezember oder Januar zum Abschluss zu bringen. Daraus wurde nichts. Es wird noch an den Formulierungen gearbeitet. Bauamtschef Frank Thomsen bestätigte: „Die beiden Kaufvertragsentwürfe sind zu 98 Prozent ausverhandelt. Da der Teufel im Detail steckt, stehen noch weitere Abstimmungstermine an. Einen genauen Zeitrahmen kann ich leider noch nicht benennen. “

Die Kaufverträge sind nicht das einzige Problem. Noch schwieriger dürfte die Abstimmung darüber sein, was Antan Recona überhaupt bauen darf. Als die Investoren aus Berlin und Bad Nauheim den Ratsfraktionen im Sommer vergangenen Jahres ihr 32-Millionen-Euro-Konzept vorstellten, war vom größten Hotel der Region (248 Betten, fünf Sterne), mehreren Läden und zahlreichen Wohnungen die Rede. Drei Monate später wurde das Hotel zum 120-Betten-Haus mit vier Sternen heruntergestuft, sofern sich ein Betreiber findet. Nur eine große Hotelkette wollte Antan Recona akzeptieren. Eine andere Planungsvariante sah vor, ein Hotel mit einem Gesundheitszentrum zu kombinieren. Bei jeder Variante jedoch liegt der Schwerpunkt auf dem Bau von Eigentumswohnungen.

Und das entwickelt sich nach dem heutigen Stand der Debatte zum entscheidenden Zankapfel. ACO-Chef Hans-Julius Ahlmann fürchtet Einschränkungen für seinen Produktionsbetrieb, wenn das Gelände am Obereiderhafen zum Wohngebiet mutieren sollte. Die künftigen Bewohner könnten sich vom Fabriklärm gestört fühlen. 1200 Menschen arbeiten auf dem ACO-Areal, allerdings nur 400 von ihnen bei ACO direkt. Akut sind die Arbeitsplätze nicht gefährdet, denn die Anlagen haben Bestandsschutz. Eingeweihte sprechen jedoch von einer „latenten Gefahr“ für die Jobs. Die Krux: Sollte ACO den Betrieb verändern oder erweitern wollen, wäre eine Baugenehmigung erforderlich. Darüber müsste nach gültigem Recht und mit Rücksicht auf die Nachbarn entschieden werden. Sollten diese Einspruch gegen die Baugenehmigung erheben, dürfte es für ACO schwierig werden.

Ahlmann will seine Sorgen gegenüber der Rendsburger Politik deutlich machen und hat den Vorsitzenden des Senats, Helge Hinz (SPD), um ein Gespräch gebeten. Wie aus Büdelsdorf zu hören ist, will der Unternehmer die Entwicklung des Obereiderhafens keineswegs blockieren. Im Gegenteil. Eine Bebauung beispielsweise mit einem Hotel sowie Geschäften stößt in Büdelsdorf offenbar auf große Zustimmung, aber eben nicht eine Fülle an Wohnungen. Das Gespräch mit dem Senat soll Ende März stattfinden.

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erstellt am 06.Mär.2015 | 07:43 Uhr

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