Nur Schlamm und Finsternis: Tauchgang in der Kläranlage

Sorgfältig spült Matthias Hering das Klärwasser von Schutzanzug und Helm seines Taucherkollegens Bodo Kummert ab.
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Sorgfältig spült Matthias Hering das Klärwasser von Schutzanzug und Helm seines Taucherkollegens Bodo Kummert ab.

Umfangreicher Umbau in Owschlag / Die Modernisierung wird rund 214 000 Euro kosten

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01. Juli 2015, 19:02 Uhr

Langsam, Schritt für Schritt macht sich Taucher Bodo Kummert auf den Weg nach unten. Über die Leiter klettert der 35-Jährige beherzt in die braune jedoch völlig geruchlose Masse. Der Konstant-Volumen-Anzug mit Taucherhelm schirmt ihn sorgfältig von seiner Umgebung ab. Etwa 100 Kilogramm wiegt die Schutzausrüstung, mit der sich Kummert nun in die Tiefen des Klärbeckens begibt. In den kommenden Tagen sollen der gelernte Maurer und seine beiden Taucherkollegen Matthias Hering und Marco Stoof von der Firma Wittmann-Tauchen einige Arbeiten in dem Becken ausführen.

Bei einem ersten Inspektionstauchgang untersucht Kummert die Menge der Sandablagerungen. „Alles ganz normal“, berichtet er nach dem Tauchgang ins Dunkle. Durch Abtasten habe er den Untergrund erforscht, denn sehen könne man in Klärbecken grundsätzlich nichts, berichtet der erfahrene Taucher.

„Die Kläranlage ist etwa 15 Jahre alt”, erklärt Owschlags Bürgermeisterin Christiane Ostermeyer. „Das damalige Notfallkonzept sah vor, dass die beiden Klärteiche einspringen. Diese wurden aber 15 Jahre nicht gebraucht und funktionieren nun nicht mehr.“ Damit der Betrieb bei Reparaturarbeiten oder im Fall einer Havarie weiterlaufen kann, werde es künftig eine zweistraßige Anlage geben, erklärt Ingenieur Alexander Schulz-Pflugbeil vom Ingenieurbüro Enwacon, der gemeinsam mit seinem Kollegen Jan Niklas Kotowicz für die Planung der Umbaumaßnahmen zuständig ist. Neben dem Klärbecken wurde bereits mit dem Rohrleitungsbau begonnen. „Wir hoffen, dass die Arbeiten im August abgeschlossen sein werden”, so Bauingenieur Bernd Saggau vom Amt Hüttener Berge. Die Kosten des Modernisierungsprojektes würden etwa 214  000 Euro betragen, überschlägt Saggau. Im Gegenzug werde der Stromverbrauch erheblich gesenkt. 80  000 Kilowattstunden würden in Zukunft jährlich durch das effiziente neue Streifenbelüftungssystem eingespart werden.

Zuständig für die Pflege und Kontrolle des Klärwerks am Mooshörner Weg ist der Bauhof. Leiter Dennis Börgmann ist Klärwerksmeister und auch seine Kollegen wurden geschult. Täglich werden die Werte kontrolliert, doch einen Tauchgang in dem Becken zu beobachten, ist auch für die Mitarbeiter des Bauhofes neu und spannend und auf alle Fälle einige Erinnerungsfotos wert. 


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