Nobiskrug : Nur noch ein Chef

Nobiskrug-Geschäftsführer Holger Kahl (links) Ende November bei einem Besuch von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (2. von rechts) in Rendsburg. Zusammen mit den jungen Werft-Mitarbeitern Wencke Busch und Marco Scharbau fuhren beide auf dem Schlepper „Bagalut“.
1 von 2
Nobiskrug-Geschäftsführer Holger Kahl (links) Ende November bei einem Besuch von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (2. von rechts) in Rendsburg. Zusammen mit den jungen Werft-Mitarbeitern Wencke Busch und Marco Scharbau fuhren beide auf dem Schlepper „Bagalut“.

Veränderung an der Spitze der Werft an der Kieler Straße: Geschäftsführerin Susanne Wiegand hat das Unternehmen zum Jahreswechsel verlassen.

shz.de von
03. Januar 2018, 11:05 Uhr

Die Nobiskrug-Werft hat seit dem Jahreswechsel nur noch einen Geschäftsführer. Nach zehn Jahren an der Spitze gab Susanne Wiegand die Leitung bei German Naval Yards ab. Zu der Werftengruppe zählt auch die Nobiskrug GmbH an der Kieler Straße.

Nach Angaben eines Firmensprechers lenkt Co-Geschäftsführer Holger Kahl (60) das Unternehmen bis auf weiteres alleine. Die Werft Nobiskrug beschäftigt am Standort Rendsburg 560 Mitarbeiter. „Wir bedauern ungemein, dass Susanne Wiegand das Unternehmen verlässt“, sagte der Sprecher. „Wir bedanken uns sehr für ihr unermüdliches wie erfolgreiches Engagement und wünschen Ihr alles erdenklich Gute für die Zukunft.“ 2007 hatte Susanne Wiegand gemeinsam mit Kahl das Management bei Nobiskrug übernommen.

In den Jahren 2011 und 2013 wurden dann der ehemalige Überwasserschiffbau der HDW-Gaarden (heute German Naval Yards Kiel GmbH) und die Lindenau-Werft in die Werftengruppe aufgenommen.

Die Rendsburger Werft ist auf den Bau von Luxusschiffen spezialisiert. In einer vollklimatisierten Werfthalle an der Kieler Straße entsteht derzeit eine 80 Meter lange Superyacht („Projekt 790“). Sie soll durch den außergewöhnlich hohen Anteil von Glas als Werkstoff weltweit neue Maßstäbe setzen. Rumpf und Aufbauten wurden in den Hallen der German Naval Yards in Kiel gebaut, die Ausrüstung erledigt seit Oktober Nobiskrug in Rendsburg. 2019 soll das exklusive Motorschiff fertig sein und ausgeliefert werden.

Susanne Wiegand, Jahrgang 1972, übernimmt unterdessen eine neue Aufgabe außerhalb der Werft. Mit ihrer führenden Position in dem von Männern dominierten Schiffbau galt sie als Beispiel dafür, dass es auch ohne gesetzlich verankerte Frauenquote in der Wirtschaft geht. Wiegand selbst lehnte eine solche Regulierung ab.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen