Fussball-Verbandsliga : Nur die gute Hinrunde hält den Rendsburger TSV in der Verbandsliga

Einer der wenigen Lichtblicke der Saison: Mit 18 Treffern wurde Dennis Schnepel (grünes Trikot) Co-Torschützenkönig der Liga.
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Einer der wenigen Lichtblicke der Saison: Mit 18 Treffern wurde Dennis Schnepel (grünes Trikot) Co-Torschützenkönig der Liga.

Mal wieder Turbulenzen und ein erneuter Trainerwechsel: Die Fußballer vom Nobiskrug kommen in der Saison 2013/14 mit einem blauen Auge davon.

shz.de von
05. Juni 2014, 13:46 Uhr

Was war in dieser Saison beim Fußball-Verbandsligisten Rendsburger TSV anders als in der jüngeren Vergangenheit? Eine Frage, die erst beim Blick auf die Abschlusstabellen der letzten Jahre beantwortet wird. Denn mal wieder gab es am Nobiskrug jede Menge Störgeräusche und mal wieder hatte der Trainer am Ende der Spielzeit einen anderen Namen als zu Beginn. Der Tabellenplatz zehn aber markiert das schlechteste Abschneiden des RTSV seit Einführung der Verbandsliga Nord-Ost im Jahr 2008.

Dabei hatte es nach knapp der Hälfte der Saison noch so ausgesehen, als ob der damalige Trainer Christian Heider eine Mannschaft geformt hat, die tatsächlich den angepeilten Aufstieg in die Schleswig-Holstein-Liga schaffen kann. Im großen Exklusiv-Interview mit der Landeszeitung hatte Heider Mitte Oktober des vergangenen Jahres gesagt: „Es passt einfach alles. (...) Wenn wir so weitermachen, werden wir bestimmt ein Wörtchen um den Titel mitreden.“ Anfang November lag der RTSV nur ein Pünktchen hinter Tabellenführer Klausdorf, ehe das Unheil seinen Lauf nahm.

Der so gelobte neue Teamgeist innerhalb der Mannschaft und die viel beschworene Disziplin verkamen zu Sprechblasen. Analog dazu ging es sportlich bergab. In den letzten drei Partien vor dem Jahreswechsel holten die Rendsburger nur zwei Zähler und näherten sich mit 1:1 auf eigenem Platz gegen das Tabellenschlusslicht dem Tiefpunkt. Der aber sollte erst folgen, denn nachdem es in den ersten vier Partien nach der Winterpause vier Niederlagen in Folge setzte, probte die Mannschaft Anfang April den Aufstand gegen ihren Coach. Gegenseitige Vorwürfe und die Drohung einiger Spieler, unter Heider nicht mehr auflaufen zu wollen, ließen keine andere Möglichkeit mehr zu als die Trennung vom Trainer.

Es übernahm Fritz Bohla, der bereits in der ehemaligen DDR als Oberliga-Trainer Erfahrung gesammelt hatte und noch von Heider selbst als ein Mann für das Umfeld ins Boot geholt worden war. Nach der katastrophalen Wintervorbereitung fehlte die Fitness. Zudem machte Bohla mangelnden Zusammenhalt und eine ungenügende Einschätzung des eigenen Leistungsvermögens bei einigen Spielern aus. Bevor der Knoten drei Spieltage vor Saisonende mit dem 5:1-Sieg über Schönkirchen platzte und der Klassenerhalt in trockenen Tüchern war, hagelte es fünf Pleiten in Serie. „Eine katastrophale Bilanz. In meiner 22-jährigen Trainertätigkeit habe ich noch nie fünf Spiele in Folge verloren“, sagt Bohla kopfschüttelnd. Aber seine vornehmliche Mission, den Klassenerhalt, erfüllte er. Das auch, weil sich die dezimierte Mannschaft am Riemen riss und nicht mit dem Makel eines Absteigers behaftet sein wollte. „Der Großteil der Mannschaft hat zuletzt eine gute Einstellung zum Training und Wettkampf gezeigt. Mit denen wird auch das neue Trainergespann gut zusammenarbeiten können“, blickt Bohla voraus. Mit Stephan Waskönig und seinem Assistenten Dennis Usadel wird ein neues Duo fortan die sportlichen Geschicke am Nobiskrug leiten.

Der RTSV in Zahlen
Tabellenplatz: 10
Punkte: 40
Punkte pro Spiel: 1,33
Siege: 12
Unentschieden: 4
Niederlagen: 14
Tore: 57
Tore pro Spiel: 1,90
Gegentore: 62
Gegentore pro Spiel: 2,07

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