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Kreis Rendsburg-Eckernförde : Nur die Grünen gewinnen Mitglieder

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Parteien im Kreis Rendsburg-Eckernförde werden immer kleiner. Jährlich springen 200 Anhänger ab. CDU und SPD von Überalterung betroffen.

shz.de von
erstellt am 21.Jan.2016 | 06:00 Uhr

Das politische Engagement im Kreis Rendsburg-Eckernförde nimmt ab: Den Parteien laufen die Mitglieder in Scharen davon – mehr als 200 kehren ihnen im Durchschnitt jährlich den Rücken. Nur zwei kleine Parteien stemmen sich gegen diesen Trend: Bündnis 90/Die Grünen sind in den vergangenen drei Jahren sogar gewachsen, während der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) seine Mitgliederzahl immerhin stabil halten konnte. Das zeigen Zahlen, die die Parteien jetzt auf Nachfrage der Landeszeitung vorgelegt haben.

Am stärksten hat die größte der im Kreistag mit einer eigenen Fraktion vertretenen Parteien verloren – die CDU. In den vergangenen drei Jahren sank die Mitgliederzahl um 272 auf gut 2600 Christdemokraten zum Stichtag 31. Dezember 2015. Das entspricht einem Minus von 9,5 Prozent. Zudem ist die Partei von Überalterung betroffen, denn mehr als die Hälfte der Mitglieder ist älter als 60 Jahre. Somit erklärt sich auch fast die Hälfte des Verlustes der vergangenen drei Jahre damit, dass die Mitglieder gestorben sind. Das kam mehr als 130 Mal vor. Auch die FDP musste herbe Verluste einstecken, allerdings auf einem niedrigeren Niveau. Der Verlust von 9,4 Prozent seit 2013 entspricht 26 Mitgliedern. Damit gehören der Partei aktuell 252 Liberale im Kreis an. „Für eine Partei, die zurzeit nicht im Bundestag vertreten ist, halte ich dieses Ergebnis für mehr als respektabel und eine gute Ausgangslage für künftige Wahlen“, sagte Kreisvorsitzende Regine Schlegelberger-Erfurth zu den Zahlen. Auch bei den freien Demokraten ist der größte Teil älter als 60 Jahre. Rund ein Drittel der Abgänge beruht auf Sterbefällen.

Das Problem gibt es auch bei der SPD, die seit 2013 einen Rückgang um 150 Mitglieder erlebt. Damals waren es 2290 Sozialdemokraten im Kreis, heute sind es 2140 – ein Verlust von 6,5 Prozent. „Ein- und Austritte sind dabei im Wesentlichen gleich. Allerdings versterben auch viele Mitglieder, und das kann bis jetzt durch Neueintritte nicht ausgeglichen werden“, sagte der Kreisvorsitzende Sönke Rix. Weder die Entwicklung der Mitgliederzahlen noch die Altersstruktur stelle ihn zufrieden. In der SPD Rendsburg-Eckernförde ist ein Drittel der Mitglieder über 70 Jahre alt.

Der Kreisverband der Grünen hingegen stellt einen gegenläufigen Trend fest: Er hat in den vergangenen drei Jahren 13 Mitglieder hinzugewonnen. Ende 2015 kam die Partei damit auf einen Bestand von 220. Das entspricht einem Zuwachs um 6,3 Prozent. „In 2016 haben wir bereits jetzt vier weitere Neuzugänge zu verzeichnen. Besonders junge Leute suchen den Weg zu den Grünen“, teilte Vorsitzender Martin Lätzel mit.

Die mitgliederstärkste der kleinen Parteien ist der SSW – und bleibt es offenbar auch. Der Wählerverband der dänischen Minderheit hat seine Mitgliederzahl von 325 seit 2013 gehalten. „In einer Phase, in der auch uns die demografische Entwicklung trifft, bin ich mit diesen Zahlen zufrieden“, sagte die Vorsitzende Jette Waldinger-Thiering. „Ich denke, dass sich hier die Tradition innerhalb des SSW bemerkbar macht, neuen Mitgliedern nicht nur direkt volle Mitsprache- und Beteiligungsrechte, sondern auch Verantwortung zu übertragen. In anderen Parteien sind diese Wege mitunter deutlich länger, was für viele, die etwas bewegen wollen, einfach unattraktiv ist“, so Waldinger-Thiering weiter.

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