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 Nur 50 Einwohner, aber  mit einem Flugplatz

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

   Idyllische Lage am Nord-Ostsee-Kanal und gute Nachbarschaft zeichnen die Gemeinde aus

Was verbindet Menschen mit dem Ort, in dem sie leben? Welche Erinnerungen werden wach? Und an welche Lieblingsplätze kehren sie gern zurück? Mit alteingesessenen Bürgern machen wir einen Spaziergang durch ihre Heimatgemeinde. Im heutigen Teil der Serie geht es mit Klaus Otto Groenewold durch Hörsten.

Rund 80 Quadratkilometer Fläche und knapp 50 Einwohner – das ist die Gemeinde Hörsten im Amt Jevenstedt. „Wir liegen hier zwischen Nord-Ostsee-Kanal und Eider. Hörsten ist ein einziger schöner Ort“, schwärmt Klaus Otto Groenewold, seit 2003 Bürgermeister der Gemeinde.

Groenewold, der einen landwirtschaftlichen Betrieb in Hörsten leitet, schätzt das Dorfleben sehr. „Die Nachbarschaft hier ist sehr gut. Wir liegen zwar sehr idyllisch, sind aber auch in zehn Minuten mit dem Auto in Rendsburg“, betont er. Eine eigene Gemeindevertretung hat Hörsten nicht mehr. „Dafür sind wir einfach zu wenig Bürger“, erläutert der 51-Jährige, der vor seinem Bürgermeisteramt rund neun Jahre als Stellvertreter des Gemeindechefs in der Kommunalpolitik aktiv war. Statt der Gemeindevertretersitzung finden seit etwa zwei Jahren Einwohnerversammlungen statt – und zwar in Klaus Otto Groenewolds Wohnzimmer. „Das klappt richtig gut und wir haben immer eine sehr gute Beteiligung“, sagt er. Die Bürger, die an der Versammlung teilnehmen erhalten – wie Gemeindevertreter – ein Sitzungsgeld. „Die meisten verzichten aber darauf, sodass wir das Geld sammeln und ein Sommerfest davon organisieren können“, betont der Bürgermeister.

Früher hat es weitaus mehr Einwohner in Hörsten gegeben. „Wir hatten hier viele Reedereien, von denen aber nur eine einzige übrig geblieben ist. Die Arbeiter waren häufig in Hörsten gemeldet. Da waren wir rund 70 Einwohner“, erinnert sich Klaus Otto Groenewold, der gern durch sein Dorf spaziert. Gegenüber seinem Milchviehbetrieb steht ein altes Reetdachhaus, das von Anfang des 20. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg als Schule genutzt wurde. „Heute ist es ein Wohnhaus“, weiß Groenewold, der manchmal von seinem Hof aus die großen Schiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal sehen kann. Neben dem Hof des Bürgermeisters gibt es in Hörsten noch zwei weitere landwirtschaftliche Betriebe mit frei laufenden Tieren. Zudem existiert seit einiger Zeit eine Biogasanlage. Seinen eigenen Hof bewirtschaftet Groenewold gemeinsam mit seiner Ehefrau Silke. Die beiden haben drei Kinder.

„Bald bekommen wir schnelles Internet durch die Breitbandversorgung“, freut sich Klaus Otto Groenewold. „Hörsten gehört zum ersten Bauabschnitt. Wir konnten hier eine Anschlussquote von 75 Prozent erreichen. Gefordert war eine Mindestanschlussquote von 60 Prozent.“

Vereine gibt es in Hörsten zwar nicht, wer möchte, kann sich jedoch in Breiholz engagieren. So sind beispielsweise sechs Einwohner in der dortigen Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Das Dorf ist durch den Nord-Ostsee-Kanal quasi zweigeteilt – der Ortskern liegt nördlich vom Kanal, der Flugplatz Schachtholm und der Wohnmobilstellplatz zählen ebenfalls zur Gemeinde und liegen südlich. Aber das ist kein Hindernis: „Ich besuche gern den gastronomischen Betrieb beim Flugplatz“, sagt Groenewold.

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erstellt am 28.Aug.2015 | 11:15 Uhr

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