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Landeszeitung

22. August 2017 | 11:57 Uhr

Timmaspe : Nun entscheiden die Bürger

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Repowering: Die Gemeindevertretung plant eine Bürgerbefragung.

Timmaspe | Ob es ein Repowering des Windparks geben soll oder nicht, das sollen nun die Bürger bestimmen. Das entschieden die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Montagabend. Eine Bürgerbefragung soll nach den Herbstferien in der Gemeinde starten.

„Es gab ja doch sehr viel Unmut in der Einwohnerversammlung“, musste Bürgermeisterin Meike Derner feststellen. Deshalb hätten sich die Gemeindevertreter beraten und sich letztlich für eine Bürgerbefragung entschieden. Der Vorteil sei, dass so alle wahlberechtigten Timmasper an der Entscheidung beteiligt werden können. Erfahrungen hätten beispielsweise in Gnutz gezeigt, dass die Beteiligung bei rund 70 Prozent liegt. Ein Bürgerentscheid hingegen dauere zu lange. „Da sind wir gut vier bis sechs Monate mit beschäftigt und erfahrungsgemäß liegt die Beteiligung in Timmaspe zwischen 50 und 60 Prozent“, erläuterte Derner.

Für die Entscheidung hat die Gemeinde bereits die Unterstützung der Kommunalaufsicht erhalten. Ein erarbeitetes Infoblatt liegt dort derzeit zur Durchsicht. Das Schreiben soll nach den Ferien an alle Haushalte verteilt werden. Anschließend wird das Ergebnis vom Amt Nortorfer Land ausgewertet und bekanntgegeben. „Die KWG-Fraktion (hat die meisten Sitze, Anmerkung der Redaktion) wird sich auf jeden Fall bindend an das Ergebnis halten“, betonte die Bürgermeisterin.

Statt der bislang bestehenden zehn Anlagen mit einer Höhe bis zu 100 Metern soll der Windpark durch fünf Anlagen mit einer Höhe von bis zu 174 Metern ersetzt werden (der Courier berichtete). Damit die Firma dieses Vorhaben auch umsetzen kann, muss die Gemeindevertretung den B-Plan entsprechend ändern. Das Thema sorgte bereits für viel Diskussionsstoff und auch am Montagabend erschienen viele Bürger zu der Sitzung. Zu viel Lärm, unschönes Landschaftsbild, Schattenwurf und leuchtende Rotoren waren nur einige Argumente gegen das Repowering. Umdenken, erneuerbare Energien und Geldeinnahmen nannten einige Befürworter. Die Gemeindevertreter ließen den Bürgern viel Zeit, um ihre Standpunkte klarzumachen.

„Ohne B-Plan-Änderung gibt es kein Repowering“, so Derner. Auch wenn man sich an das Ergebnis der Bürgerbefragung halten wolle: „Früher oder später werden hier neue Windmühlen aufgestellt. Dagegen können wir letztlich nichts tun.“ Die SPD schlug die Beteiligung mit einer Bürgerwindmühle vor, doch „der Betreiber will alle Mühlen selbst betreiben“, erklärte Derner. „Im Moment haben wir alles getan, um auf die Pläne des Betreibers zu reagieren. Jetzt warten wir das Ergebnis der Befragung ab.“

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erstellt am 14.Okt.2015 | 12:00 Uhr

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