Nortorfs Politiker streiten sich um mehr als 800 000 Euro

Bauvorhaben am DRK-Kindergarten spaltet die Stadtverordneten – das Projekt wird dennoch realisiert

shz.de von
04. Juni 2014, 17:26 Uhr

Der Umbau und die Erweiterung des DRK-Kindergartens in Nortorf kommt – und das, obwohl gleich zwei Fraktionen in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung dagegen stimmten. Den Mitgliedern von Bündnis 90/Die Grünen und der FDP ist das Projekt schlichtweg zu teuer. Die CDU und SPD entschieden sich für die Maßnahme.

„Wir waren anfänglich einmal bei rund 150 000 Euro“, sagte Angelika Bretschneider (Grüne). „Nun müssen wir bei unserer Haushaltslage 800 000 Euro für den Umbau ausgeben“, betonte die Vorsitzende des Finanzausschusses. „Ich sehe nicht, wofür. Die Kosten und der Nutzen stimmen einfach nicht überein.“ Dieser Meinung schlossen sich auch Holger Krüger und Ralf Jörs (FDP) an. „Ich kann nicht erkennen, wo das Geld hingeht“, sagte Jörs. „Es ist absolut unvernünftig, da so viel Geld reinzustecken“, gab auch Holger Krüger zu Bedenken. Den Gegnern des Projekts mache vor allem die miserable Haushaltslage der Stadt Sorgen. „Wir haben schon vier Millionen Euro Schulden. Sollen wir nun noch fast eine Million darauf legen?“, fragte Bretschneider.

Frauke Schütt von der CDU schilderte die Bedeutung des Umbaus: „Es existieren momentan keine Rückzugsmöglichkeiten. Weder für die Kinder, noch für die Erzieher. Wir müssen dringend handeln.“ Auch die Auflagen werden ihr zufolge immer höher. Willi Gronewald (SPD) unterstützte Schütt. „Jede Investition über 50 000 Euro müssen wir nun mal mit einem Kredit finanzieren. Unsere Haushaltslage wird sich vermutlich in den nächsten Jahren nicht ändern. Wie lange sollen wir denn warten?“

Platz für zusätzliche Kinder würde der Umbau nicht mit sich bringen, lediglich eine qualitative Verbesserung. Dafür steht weiterhin die Option einer Waldkindergartengruppe im Nortorfer Stadtpark im Raum. „Unsere Pläne sind sehr zukunftsorientiert“, betonte auch Bauausschussvorsitzender Karsten Groth. Letztlich wurde dem Projekt, trotz der Gegenstimmen von FDP und Bündnis 90/Die Grünen, zugestimmt.

Einstimmig beschlossen die Stadtverordneten die Erneuerung des Stegs an der TuS-Badestelle (wir berichteten). Vorsitzender Groth: „Wir streben an, mit Beginn der Schulferien das Projekt abzuschließen.“ Am 7. Juni beginnt die Badesaison in Borgdorf-Seedorf.

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