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Krippenangebot ausgereizt : Nortorfer Land: Tagesmütter werden verzweifelt gesucht

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

U3 Betreuung in Nortorf und dem Umland voll ausgelastet. Bessere Bezahlung könnte Problem eventuell lösen.

von
erstellt am 30.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Heike Reimers und Julia Beilke verbindet nicht nur der gemeinsame Wohnort, sondern auch der Beruf. Die beiden Frauen sind Tagesmütter in Nortorf. Anfragen müssen beide derzeit ablehnen. „Die Nachfragen nach Betreuung sind momentan sehr hoch“, bestätigen Reimers und Beilke. Zur Zeit herrsche ein akuter Mangel an Tagesmüttern, die die Betreuung der U3-Kinder (bis 3 Jahre) übernehmen. Das Krippenangebot in Nortorf und den Umlandgemeinden sei ebenfalls auf das Äußerste ausgereizt, sagt Meike Jöhnk vom DRK Nortorf und zuständig für die Tagesmütter. „Wir hoffen, dass sich Mütter mit kleinen Kindern oder andere Frauen angesprochen fühlen, sich so einer Aufgabe zu stellen“, sagt Jöhnk.

Julia Beilke feierte im vergangenen Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum der „Wiesenwichtel“. Als zweites von zehn Kindern habe sie es von klein auf mitbekommen, die Aufgaben einer Mutter mit zu übernehmen. Und zwar mit Freude. Ihr Mann Bernd sei ihr eine große Stütze. „Die Familie muss voll dahinter stehen und auch damit umgehen können“, berichtet Julia Beilke.

Spaß und Freude sind für Heike Reimers die wichtigsten Punkte in ihrer Arbeit. Die Nortorferin hat noch vor der Geburt ihrer eigenen Kinder den Beruf Tagesmutter für sich entdeckt. Seit über 17 Jahren betreut sie kleine und größere Kinder. Die Anfragen über die Jahren wurden immer mehr. „Selbst wenn man einmal denkt, die Nachfrage hört auf, kommen am nächsten Tag gleich fünf Anrufe auf einmal“, berichtet Reimers. Die Hauptkernzeiten der beiden Tagesmütter liegen zwischen 7 und 16 Uhr. „Es kommt auch schon mal vor, dass jemand schon früher sein Kind abgeben oder später abholen möchte“, berichtet Julia Beilke. „Das geht aber nicht immer.“ Daher wäre es schön, sagt auch Kollegin Heike Reimers, dass jemand da wäre, der diese Zeiten mit abdeckt. Zudem seien die Anfragen derzeit so hoch, dass selbst für 2015 schon Betreuungsplätze abgelehnt werden mussten.

Die Gründe für den Mangel an Tagesmüttern sei die falsche Struktur. „Meiner Meinung nach ist das alles vom falschen Ende aufgezogen“, so Beilke. „Es ist nicht so, dass niemand das machen möchte, aber die Bezahlung ist einfach zu schlecht.“ Zwar wird seit zwei Jahren ein Zuschuss von zwei Euro pro Kind und Stunde bezahlt, aber die Kosten seien einfach zu hoch, die Bezahlung im Allgemeinen zu schlecht.

„Viele Leute vergessen, dass wir unter anderem auch Elternabende haben, Gespräche führen, Vor- und Nachbereitungen wahrnehmen, Ausflüge planen und vieles mehr. Viel Arbeit wird uns Tagesmüttern gar nicht bezahlt.“ „Vor allem“, so Heike Reimers, „braucht eine Mutter beispielsweise nicht halbtags arbeiten, wenn am Ende nichts übrig bleibt.“

Den Beruf würden Julia Beilke und Heike Reimers trotz allem jedem weiterempfehlen. Die Entwicklungsphase von Kindern zwischen 0 und drei Jahren sei „sehr spannend“, betonen die Frauen. Man dürfe diese Phase nicht nur hautnah miterleben, sondern lege auch Grundsteine für die weitere Entwicklung des Kindes. Man müsse eben ein Vorbild sein. Dies sei zwar auch eine große Verantwortung, „aber auch eine schöne“, stellen Julia Beilke und Heike Reimers ihren Aufgabenbereich vor.

Die Ausbildung zur Tagesmutter erfordert 160 Unterrichtsstunden plus ein 40-stündiges Praktikum. Für die U3-Betreuung sind zudem besondere Vorschriften notwendig. „Aber“, erklärt Meike Jöhnk, „wer größere Kinder nur einige Stunden betreut, der hat geringe Auflagen.“ Auch ein Kurs sei dann nicht unbedingt notwendig. Wer sich für den Beruf interessiert kann sich an Meike Jöhnk, Telefon 04392/2139 oder per Mail an info@drk-nortorf.de wenden.

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