Stadtverordnetenversammlung : Nortorf verändert das Einkaufen

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"Penny" plant einen Neubau im hinteren Bereich des Grundstückes und die Vermietung des alten Gebäudes.

Neue Einkaufsmöglichkeiten für Nortorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde): Der Stadt am Mittelpunkt stehen in den kommenden Jahren gravierende Änderungen vor allem im Lebensmitteleinzelhandel ins Haus.

shz.de von
02. Juli 2010, 12:41 Uhr

Nortorf | Einstimmig beschlossen die Stadtverordneten die Aufstellung eines Bebauungsplans für den Bereich "Jungfernstieg/Niedernstraße und Herbergstraße". Auf dem ehemaligen "Teldec"-Gelände solle ein "Sondernutzungsgebiet Lebensmitteleinzelhandel" entstehen, sagte Bürgermeister Horst Krebs. Zwei Lebensmittelmärkte, die bereits in Nortorf ansässig seien, planten, sich dort gemeinsam anzusiedeln. "Das alte ,Teldec-Gelände soll ein Schwerpunkt für Verbrauchermärkte im Stadtzentrum werden", erklärte der stellvertretende Bauausschuss-Vorsitzende Uwe Krohz (SPD). Aus der Verwaltung hieß es auf Nachfrage unserer Zeitung, dass ein Lebensmittelmarkt aus dem Zentrum und ein Discounter in Zentrumsnähe dort einen Neubau mit über 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche anstreben. "Wir befinden uns noch im Stadium einer groben Vorplanung. Wenn es etwas Konkretes zu berichten gibt, wird es eine gesonderte abendliche Informationsveranstaltung zu diesem Thema geben", so Krohz.
Bei einer Enthaltung stimmten die Stadtverordneten auch der Ansiedlung eines "Netto"-Nahversorgungsmarktes an der Ecke Bargstedter Straße/Galgenbergsweg zu. Geplant ist der Bau eines 798 Quadratmeter großen Marktes mit 82 Pkw-Stellplätzen auf einem insgesamt rund 5600 Quadratmeter großen Grundstück. Um den zusätzlichen Verkehr in dem Bereich aufzunehmen, ist der Ausbau des Galgenbergsweges von der Bargstedter Straße bis zum Parkplatz der Gemeinschaftsschule vorgesehen, wo ein versenkbarer Poller das weitere Befahren des Galgenbergsweges verhindern wird. Für die zahlreichen Schulkinder, die den Weg bisher nutzen, soll hinter dem Knick auf der Harderkampfbahn ein Weg befestigt werden. Bis zum Ende des "Netto"-Grundstückes trägt der Investor die Kosten für diese Baumaßnahmen, für die weitere Erschließung ist die Stadt zuständig. "Gerade die Sperrung des Galgenbergsweges hat Charme, weil sie die Sicherheit auf dem Schulweg in beträchtlichesm Maße voran bringt", begründete CDU-Fraktionsvorsitzende Kerstin Detlefsen-Suhr die Zustimmung ihrer Fraktion "trotz anfänglicher Bedenken". Auch der Umstand, dass die Baugebiete "Am Schulwald" und "Am Redder" nahezu vollständig ausgelastet seien, mache eine Ansiedlung dort sinnvoll. Und auch Angelika Bretschneider von Bündnis90/Die Grünen stimmte letztlich zu. "Unsere Bedenken sind im Rahmen der Bürgeranhörung zerstreut worden", so Bretschneider.
Anwohner fürchten ein wesentlich höheres Verkehrsaufkommen
Nicht einmütig verliefen die Diskussionen um die Änderung des Bebauungsplans (B-Plan) "An der Parkstraße". Der Lebensmittel-Discounter "Penny" plant dort einen rund 800 Quadratmeter großen Neubau, in das bestehende "Penny"-Gebäude soll dann ein Anbieter mit "nicht-zentrenrelevantem Sortiment" einziehen. Anwohner der Parkstraße fürchten dadurch ein wesentlich höheres Verkehrsaufkommen. "Das wird kommen", prophezeite Hans-Detlef Wommelsdorf (SPD), "es entsteht eine zusätzliche Verkaufsfläche, für die eine Anbindung über die Parkstraße an den Lohkamp geplant ist".
Angelika Bretschneider sah keine Notwendigkeit für einen Neubau, weil dieser auch nicht wesentlich mehr Verkaufsfläche als das alte Gebäude böte. Kerstin Detlefsen-Suhr befürwortete die B-Plan-Änderung vor allem wegen der Aufnahme der "Nortorfer Liste": "Wir behalten so die weitere Gestaltung und die gewerbliche Nutzung sowie das Angebot des Einzelhandels in dem Bereich in der Hand." Die verkehrspolitischen Bedenken sehe sie entkräftet. Karsten Groth (CDU) betonte, der Neubau sei die einzige Möglichkeit, um den Lkw-Verkehr aus der Parkstraße "heraus zu bekommen". Mit den Stimmen der CDU und der FDP wurde der Antrag auf Änderung des B-Plans angenommen, SPD und Grüne stimmten dagegen.

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