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Nortorf: Sanierung für mehr Würde auf dem letzten Weg

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Trauerraum in der Friedhofskapelle wird für rund 70 000 Euro umgebaut / Tag der offenen Tür im Juni

von
erstellt am 04.Mär.2015 | 13:51 Uhr

Braune Fliesen, kühles Licht, weiße, karge Wände – der Trauerraum in der Nortorfer Friedhofskapelle entspricht nicht mehr den heutigen Standards und vor allem nicht dem zeitgenössischen Geschmack. „Das knabbert schon fast an der Würde des Toten“, sagt Friedhofsverwalter Heinz-Jürgen Schafranski. Nun wird der veraltete Raum saniert. Rund 70  000 Euro werden dafür investiert. „Damit können wir den Angehörigen zumindest von außen helfen, und den Abschied ein wenig erleichtern“, so Schafranski weiter.

Die Kapelle auf dem Nortorfer Friedhof wurde Anfang des Jahres 1975 eingeweiht. Kleinigkeiten seien seitdem bereits erneuert worden. Darunter die Kühlanlage, die Toiletten sowie die Wasch- und Vorbereitungsräume. „Aber wir brauchen einfach einen neuen schlichten Trauerraum“, sagt auch Hanns Lothar Kaempfe. „Das stand schon seit Ewigkeiten auf unserer Wunschliste“, so der Kirchengemeinderatsvorsitzende weiter.

In der Friedhofskapelle finden auch Trauerfeiern statt. „Man kann sich entscheiden, ob die Trauerfeier in der Kapelle oder in der Kirche stattfinden soll“, erklärt Heinz-Jürgen Schafranski. Sogar eine kleine Orgel steht in dem Gebäude, das über rund 230 Sitzplätze verfügt. Im hinteren Bereich werden die Verstorbenen versorgt. „Dort können die Familien dann auch in aller Ruhe Abschied nehmen“, berichtet der Friedhofsverwalter über das sensible Thema.

Noch befinden sich der Vorbereitungs- und der Trauerraum direkt nebeneinander. Ein trostloser Flur komplettiert das Bild. Nach der Umbauphase soll aus den beiden Räumen einer werden. Damit vergrößert sich der Abschiedsraum von derzeit gerade einmal fünf Quadratmetern auf gut das Doppelte. Die Räumlichkeiten für das Bestattungsinstitut sollen dann hinter einer Abtrennung verschwinden, so dass die beiden Bereiche komplett voneinander getrennt sind.

Neue Decken und Wände, höhere Türen, neue Fenster und ein neues Beleuchtungssystem sollen sowohl den Vor-, als auch den Trauerraum zukünftig verschönern und zu einem Wohlfühlort machen – trotz der schwierigen Situation. „So wie es jetzt ist, ist es absolut nicht mehr hinnehmbar“, betont der Friedhofsverwalter. „Und es ist wichtig, dass man sowohl den Toten, aber auch den Angehörigen einen letzten ruhigen Moment schenkt – in einer schönen Atmosphäre.“ Dafür sorgen bald warme Töne an den Wänden, viel Eichenholz und ein moderner Boden aus Schieferplatten. Zwei Drittel seien heutzutage Feuerbestattungen und auch die Verabschiedungen vor der Bestattung seien weniger geworden. „Ich hoffe, dass sich das mit der Neugestaltung ändert“, sagt Heinz-Jürgen Schafranski.

Die Fertigstellung ist für Juni geplant. Dann will man einen Tag der offenen Tür veranstalten. „Beispielsweise auch mit einer Führung über die Friedhofsanlage“, berichtet Schafranski. Für ihn sei die Umgestaltung etwas ganz besonderes: „Ich war bei der Einweihung der Kapelle 1975 schon dabei. Ich bin froh, das Zeitgemäße nun auch mitzukommen und das während meines Berufslebens begleiten zu dürfen.“

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