Nortorf sagt ja zu Windenergieflächen

Einigung: Zu- und Abfahrt zum 'Penny'-Gelände soll über den Lohkamp (links) erfolgen, die Parkstraße (rechts) wird so auch vom Anlieferverkehr entlastet.
Einigung: Zu- und Abfahrt zum "Penny"-Gelände soll über den Lohkamp (links) erfolgen, die Parkstraße (rechts) wird so auch vom Anlieferverkehr entlastet.

Einstimmiges Votum im Ausschuss für Bauwesen und Umwelt / Dienstag endgültige Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung

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20. Mai 2011, 08:05 Uhr

Nortorf | Die Stadt am Mittelpunkt wird nun doch Flächen zur Nutzung der Windenergie ausweisen. Nachdem 2009 die Stadtverordneten mit knapper Mehrheit gegen die Ausweisung gestimmt hatten, empfahlen die Mitglieder des Ausschusses für Bauwesen und Umwelt in ihrer Sitzung am Mittwoch abend einstimmig, zwei Flächen an der Landesstraße in Richtung Bargstedt an den Kreis zu melden.

Was anderenorts zum Teil zu heftigen, monatelangen Diskussionen geführt hatte, war in Nortorf nur eine Sache von Minuten: Auf Antrag der SPD berieten die Bauausschuss-Mitglieder erneut über die mögliche Zukunft der Windenergie am Mittelpunkt. "Seit unserer Entscheidung 2009 hat sich einiges getan, nach den Ereignissen von Japan hat bei vielen ein neues Denken eingesetzt", sagte der Ausschussvorsitzende Karsten Rumpf (CDU). Aus diesem Grund habe man sich erneut mit der Meldung von Flächen für die Windenergienutzung an den Kreis befassen wollen.

Für einen möglichen Windpark bieten sich laut Verwaltung zwei Flächen an der Landesstraße 125 nach Bargstedt an. Nach der Brücke über die Bundesstraße 205 erstrecken sich diese links und rechts der Straße. 23 Hektar umfasst die kleinere Fläche, die an das Bargstedter Moor angrenzt. Das zweite, etwa 65 Hektar große, Areal verläuft auf Thienbütteler Gebiet entlang der Bundesstraße und reicht im Norden nahezu bis an den Windpark Bokel/Ellerdorf heran. Einstimmig empfahlen die Ausschuss-Mitglieder den Stadtverordneten, diese beiden Flächen an den Kreis zu melden.

Angelika Bretschneider, Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen, begrüßte dieses Abstimmungsergebnis ausdrücklich. Gleichzeitig regte sie an, prüfen zu lassen, ob der Strom möglicher Anlagen nicht in das Netz der Stadtwerke Nortorf eingespeist werden könne. "Außerdem sollten wir frühzeitig die Bürger mit einbeziehen. Es wäre toll, wenn in Nortorf Bürgerwindmühlen entstehen könnten. Doch das alles wäre erst der übernächste Schritt." Den nächsten sollen die Stadtverordneten in ihrer nächsten Sitzung am kommenden Dienstag um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses machen: Dann soll über das Thema endgültig entschieden werden.

Dann soll auch die Änderung am Bebauungsplan "An der Parkstraße" für den "Penny"-Neubau verabschiedet werden. Das empfahl der Ausschuss mehrheitlich bei einer Gegenstimme von Angelika Bretschneider. "Die Ablehnung ist grundsätzlicher Art", begründete sie ihr Nein, "ich habe sehr große Probleme mit der späteren Verkehrsplanung." Denn, so Bretschneider weiter, die gerade erst verkehrsberuhigte Poststraße solle später den Verkehr aus der Stadt leiten. Gleichwohl lobte sie das Verfahren, in dem die Anlieger beteiligt worden waren. Tatsächlich hatte die Interessengemeinschaft der Anlieger erreicht, dass die Zu- und Abfahrt zum "Penny"-Gelände sowie der Anlieferverkehr nur über den Lohkamp erfolgen wird. Die Anbindung an die Parkstraße wird nur für Fußgänger geöffnet.

Nach der Anliegeranhörung für die Sanierung "Kleine Mühlenstraße" und "Holzkamp" wurden die Planungen ergänzt. Diskussionen gab es vor allem über eine mögliche Einbahnstraßenregelung in der "Kleinen Mühlenstraße". Willi Gronewald (SPD) forderte erneut, Begegnungsverkehr dort nicht zuzulassen. "Die Straße ist sehr eng, die Autofahrer werden auf den Bürgersteig ausweichen", prognostizierte der SPD-Fraktionsvorsitzende. Notfalls müsse man die Sicherheit der Fußgänger dem Bürgerwillen vorziehen, so Gronewald.

Stadtplaner Stefan Gosch erläuterte, dass nach der Anhörung davon absehe, den "Holzkamp" nach dem Ausbau als einen "verkehrsberuhigten Bereich" einzustufen. "Dann dürften die Anwohner nur auf extra angelegten Parkflächen ihr Auto abstellen, das würde ein großes Minus an Parkmöglichkeiten bedeuten." Gleichwohl werde man den Durchgangsverkehr durch das Pflanzen von vier Bäumen "einbremsen". Einstimmig wurde die Ausbauplanung für beide Straßen angenommen, über die Einbahnstraßenregelung soll später diskutiert werden.

Einstimmig verabschiedet wurden auch der Feuerwehrbedarfsplan und die Investitionsplanung für die TuS-Badeanstalt. Es sollen Fördermittel von der AktivRegion für notwendige Maßnahmen eingeworben werden, empfahl der Ausschuss.

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