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Sommerfest : „Nortorf Aktiv“ steht auf der Kippe

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Gewerbeverein und die Stadt liegen im Clinch. Der VHHI-Vorsitzende Peter Gebhard vermisst „die Begeisterung im Allgemeinen“.

Ein „Nortorf Aktiv“-Wochenende wie im vergangenen Jahr wird es in diesem Sommer nicht geben. Die Unterstützung der Stadt sei nicht mehr so groß wie erhofft, bedauert Peter Gebhard, Vorsitzender des Vereins für Handel, Handwerk und Industrie (VHHI). Deshalb habe der Vorstand beschlossen, in diesem Jahr kein „Sommerfest“ auszurichten. Primär gehe es nicht um die finanzielle Unterstützung, sondern um „die Begeisterung im Allgemeinen“. Es seien Gerechtigkeitsgründe, die den VHHI dazu gezwungen haben, diese Entscheidung zu treffen.

Ausschlaggebend in der Diskussion war auch ein Zuschuss in Höhe von 2300 Euro, die der Bürgermeister „auf seine Kappe“ nahm. Die Kommunalpolitiker hatten schon vor Längerem beschlossen, auf Grund der knappen finanziellen Haushaltsmittel keine Zuschüsse mehr zu verteilen. Die Rechnung des Bauhofes, so Gebhard, sei jedoch nie an den VHHI herangetragen worden. Gebhard: „Wir wissen bis heute nicht, wie sich die Summe zusammensetzt.“ Zudem hätte der VHHI den Betrag nicht alleine tragen müssen, sondern ihn auf die beteiligten Vereine, Geschäfte und Verbände aufteilen können. „Die Rechnung des Bauhofes war aber nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat“, betont er. Nortorfs Bürgermeister Horst Krebs hält dagegen: „2013 habe ich zugestimmt, die Kosten für die Bühne und Bauhof zu übernehmen.“ Es sei kein Antrag gestellt worden, die Entscheidung fällte Krebs eigenständig. „Dafür habe ich im Nachhinein ja auch einen auf den Deckel bekommen.“ Für 2014 sei jedoch rein gar nichts entschieden: „Es wurde seitens des VHHI kein Antrag gestellt. Deshalb können wir auch nichts beschließen.“ Hätte der VHHI formgerecht einen Antrag gestellt, wäre der durch den Sozial- und Kultur- sowie den Finanzausschuss gelaufen. „Wer was will, muss rechtzeitig einen Antrag stellen. Das weiß der VHHI“, sagt Krebs. Aber so hätten er und seine Politikerkollegen gar keine Chance gehabt, darüber zu beraten. Deshalb dürfe man sich im Nachhinein auch nicht beschweren.

Dass sich die Kommune an „kommerziellen Veranstaltungen“ nicht beteiligen wolle, sei nicht nachvollziehbar, findet Gebhard: „Dann dürfte es auch keine Holstenköste in Neumünster, keinen Dom oder kein Oktoberfest geben.“ In Hohenwestedt oder Bordesholm würden die Gewerbevereine besser behandelt als in Nortorf. „Von unserer Stadt haben wir im Moment gar nichts“, bedauern Gebhard und seine Kollegen. Selbst die stadteigene Bühne wird für sämtliche Vereine frei zur Verfügung gestellt, nur beim VHHI müsse extra darüber beraten werden. Die Entscheidung findet Gebhard „bedauerlich“ – besonders vor dem Hintergrund, dass im vergangenen Jahr die Kommunalpolitiker auf den VHHI zugegangen seien, mit der Bitte ein Fest auf die Beine zu stellen. „Und es waren nicht nur Gewerbevereine beteiligt, sondern auch Kirche, Pfadfinder, Sportvereine, Schule“, betont Gebhard: „Es war ein Fest für ganz Nortorf und Umgebung. Wir haben um die 3000 Euro aus eigener Tasche für das ,Nortorf Aktiv‘-Wochenende finanziert. Jetzt habe ich das Gefühl, dass wir dafür auch noch bestraft werden.“

Gänzlich ausschließen mag der VHHI eine Veranstaltung wie das „Nortorf Aktiv“-Wochenende jedoch nicht. „Wenn sich jemand anderes dazu entscheidet, das Fest auszurichten, würden wir sicherlich unsere Unterstützung anbieten.“ Auch wenn die derzeitige Zusammenarbeit zwischen Kommune und VHHI nicht sonderlich gut läuft, ist sich Gebhard sicher: „Wir werden uns wieder zusammenraufen. Das ist wie in einer Ehe, da gibt es auch Streitpunkte.“

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erstellt am 31.Jan.2014 | 19:07 Uhr

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