Messe in Rendsburg : Norla hellt die Stimmung auf

Nach Dürrezeiten ist dieses Gerät wichtig: Der Tiefenlockerer bricht den von Trockenheit hart gewordenen Ackerboden auf. Am Stand von Lars Brix, Geschäftsführer der Firma Brix aus Mohrkirch, war dies das meistnachgefragte Ausstellungsstück.
1 von 2
Nach Dürrezeiten ist dieses Gerät wichtig: Der Tiefenlockerer bricht den von Trockenheit hart gewordenen Ackerboden auf. Am Stand von Lars Brix, Geschäftsführer der Firma Brix aus Mohrkirch, war dies das meistnachgefragte Ausstellungsstück.

70000 Besucher bei Landwirtschafts- und Verbrauchermesse. Trotz Dürresommers: Händler verzeichnen reges Interesse der Bauern.

shz.de von
02. September 2018, 21:17 Uhr

Die Norla ist Sonntag Abend zu Ende gegangen. 70 000 Besucher wurden an den vier Messetagen gezählt – das entspricht dem Vorjahresergebnis. Die Befürchtung, dass der Dürresommer das Interesse des Fachpublikums trüben könnte, bestätigte sich laut Messeleiterin Dörte Röhling nicht. Im Gegenteil. Die Landmaschinenhändler profitierten vom Regen am ersten Messetag. Weil die Bauern wegen des schlechten Wetters ihre Felder nicht bestellen konnten, machten sie stattdessen einen Abstecher zur Norla und informierten sich über neue Investitionsmöglichkeiten.

Und da lockten die auf Hochglanz polierten Innovationen der Branche, zum Beispiel auf einfache Bedienbarkeit und sparsamen Verbrauch getrimmte Fahrzeuge. Das größte Ausstellungsstück am Stand der Firma Claas war ein Mähdrescher für fast 300 000 Euro. Das Schneidwerkzeug kann eine 6,80 Meter breite Schneise ins Feld schlagen, ideal für kleinere Äcker in Ostholstein. Allerdings konnte man das Fahrzeug nur noch bewundern, aber nicht erwerben. An der Windschutzscheibe der Fahrerkabine befand sich ein Schild mit der Aufschrift „Verkauft“. Das sah man nicht oft. Denn: Während es in den Anfängen der Norla üblich war, die Geschäfte gleich an Ort und Stelle abzuwickeln, findet der Kauf heute meist erst nach der Messe statt, wie Claas-Experte Eric Meister erklärte: „Für uns ist das Nachgeschäft wichtig.“ Den Landwirten, die ihre Adresse hinterlassen haben, können demnächst mit weiteren Informationen oder mit einem Angebot für ihr Wunschfahrzeug rechnen.

Aufs Nachgeschäft setzt auch Lars Brix, Geschäftsführer der Firma Brix aus Mohrkirch. Der größte Renner am Stand des Unternehmens war ein Gerätetyp, der nach dem Dürresommer umso wichtiger geworden ist: ein Tiefenlockerer, der hinter den Traktor gespannt wird. Weil der Ackerboden nach monatelanger Trockenheit sehr hart geworden ist, muss er vor einer weiteren Bearbeitung aufgebrochen werden. „Das Gerät schafft das bis in eine Tiefe von 60 Zentimetern“, sagte Brix. Je nach Ausführung werden dafür 6000 bis 12 000 Euro aufgerufen. Seine Firma ist seit Jahrzehnten auf der Norla vertreten. „Für uns ist dieser Kontakt zu den Kunden sehr wichtig.“

Erstmalig dabei war die Firma „Raisdorfer Mühle“. Damit sei man den Besuchern entgegengekommen, die sich auch ein Angebot an Kleintieren gewünscht haben, so Messeleiterin Röhling. Die Firma bot Hühner verschiedener Arten zu Preisen zwischen 12,50 bis 16 Euro je Tier an. Und das kam so gut an, dass die Firma gestern ankündigte, im kommenden Jahr wieder dabei sein zu wollen. 200 Tiere wurden verkauft – unter anderem an Familien, die morgens frische Frühstückseier aus dem eigenen Hühnerstall genießen wollen.

Auf dem Vorführring erwiesen sich die Oldtimertrecker als Publikumsmagnet. Mehrmals täglich wurde live mit einer „Stahl-Lanz“ von 1947 Korn gedroschen. Eine bunte Mischung aus Zucht- und Showprogramm gab es durch die Shetlandponys und die Fjordpferde.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen