Rendsburger Wahrzeichen : Nordmarkhalle vor ungewisser Zukunft

Auf mindestens eine Million Euro schätzen Politiker den Sanierungsbedarf der Nordmarkhalle. Die Investitionen in den Brandschutz könnten das Projekt erheblich verteuern.
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Auf mindestens eine Million Euro schätzen Politiker den Sanierungsbedarf der Nordmarkhalle. Die Investitionen in den Brandschutz könnten das Projekt erheblich verteuern.

Angesichts hoher Sanierungskosten schließen Politiker alle Optionen in ihre Überlegungen mit ein. Auch ein Abriss des Gebäudes steht zur Diskussion.

shz.de von
08. Juni 2014, 06:00 Uhr

Der Willy-Brandt-Platz ohne Nordmarkhalle? „Politisch wird ein Abriss des Gebäudes kaum durchsetzbar sein“, sagte CDU-Ratsherr Klaus Brunkert gestern gegenüber der Landeszeitung. Und dennoch hat er diese Überlegung am Donnerstagabend im Senat offen gelegt, um die Dramatik der Situation darzustellen. Denn das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wird die Stadt aller Voraussicht nach in den kommenden Jahren viel Geld kosten. Von einem Sanierungsvolumen über eine Million Euro ist derzeit die Rede. Es könnte noch mehr werden. Das hängt unter anderem vom Ergebnis eines Brandschutzgutachtens ab, das das Bauamt demnächst in Auftrag geben wird.

Dieses Gutachten soll 19 000 Euro kosten. Im Senat beantragte die Verwaltung eine außerplanmäßige Ausgabe in dieser Höhe. Doch das fand in den Reihen der Kommunalpolitiker keine Zustimmung, zumal im Etat bereits Gelder für Gutachten eingestellt sind. Aus diesen Töpfen solle sich die Bauverwaltung bedienen, hieß es.

Es deutete sich jedoch in der Sitzung an, dass die grundsätzlichen Überlegungen zur Nordmarkhalle bei weitem nicht abgeschlossen sind. Brunkert warf die Frage auf, „was wir künftig mit der Halle machen wollen?“ Es gebe bisher keine Potenzialanalyse. Wäre vielleicht sogar ein Neubau besser? Als Antwort darauf skizzierte Bauamtschef Frank Thomsen die Perspektive für die Nordmarkhalle: „Unser Ziel ist eine möglichst geringe Investition bei bestmöglicher Weiternutzung.“

Doch mit dem Ergebnis der aktuellen Nutzung des Gebäudes sind weder CDU noch SPD zufrieden. Knapp eine halbe Million Euro beträgt das jährliche Defizit. Senatsvorsitzender Helge Hinz (SPD), der entschieden gegen einen Abriss des „stadtbildprägenden Gebäudes“ eintritt, will auf jeden Fall eine bessere Wirtschaftlichkeit gewährleistet sehen. Wie Hinz auf Anfrage sagte, werde das Gebäude von der Verwaltung nicht aktiv vermarktet. Er könnte sich vorstellen, einen vom Rathaus unabhängigen Experten mit dieser Aufgabe zu betrauen.

Eine bessere Vermarktung ist auch für Brunkert ein wichtiger Baustein, um die Zukunft der Halle zu sichern. Allerdings betont er zugleich, dass es bei allen Überlegungen keine Tabus geben dürfe, daher auch der Hinweis auf den Abriss. Die Intention dahinter ist vor allem politischer Natur: Der Druck auf die Entscheidungsträger im Rathaus, die Wirtschaftlichkeit der Nordmarkhalle zu erhöhen, müsse erhöht werden.

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