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Neue Konzepte : Nordmarkhalle vor Privatisierung

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Stadtverwaltung prüft die Nutzungskonzepte von drei Interessenten. Flohmärkte sollen erhalten bleiben. Der Verkauf des Gebäudes ist nicht ausgeschlossen.

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erstellt am 03.Feb.2014 | 00:31 Uhr

Ein Rendsburger Wahrzeichen sucht einen neuen Pächter: Die Nordmarkhalle soll ab 2015 angesichts der klammen Stadtkasse privatisiert werden. Bisher ist die Stadt für die Verwaltung zuständig, lediglich die Gastronomierechte sind verpachtet. Dies soll sich ändern: Die Vermarktung des gesamten Gebäudes soll in private Hände gelegt werden. Derzeit werden im Rathaus die Konzepte mehrerer Interessenten gesichtet. Sollte keines überzeugen, schließt Bürgermeister Pierre Gilgenast einen Verkauf nicht aus.

Bereits seit 2011 beschäftigt das unrentable Gebäude die Gremien. Damals erhielt die Verwaltung wegen der schlechten Haushaltslage den Auftrag, alle Einrichtungen der Stadt auf ihre Wirtschaftlichkeit zu kontrollieren. Die Nordmarkhalle erwies sich als besonders schwerer Klotz am Bein. Seit Jahren fährt sie Verluste ein. 2012 waren es 305 000 Euro. Um die Kosten für den Unterhalt zu senken, „prüfen wir, ob die Nordmarkhalle anders bewirtschaftet werden kann“, erklärt Herbert Schauer, Fachbereichsleiter Bürgerdienste.

Bislang haben drei Interessenten Nutzungskonzepte bei der Verwaltung eingereicht. Es handelt sich um Nordmarkhallen-Gastronom Frank Lange, einen Geschäftsmann aus Berlin und die Flensburger Agentur Förde-Show-Concept. Sie könnten einen weiteren Konkurrenten bekommen. Ein vierter Bewerber hat sein Interesse bekundet, aber noch keinen Antrag eingereicht. „Bisher hat kein Interessent eine Lösung präsentiert, die alle Sorgen löst“, sagt Schauer.

Probleme gibt es viele: Für Sportveranstaltungen wie Basket- oder Volleyballspiele ist die Halle zu klein. Weltbekannte Musiker machen um Rendsburg meist einen Bogen. Statt vor 1000 Besuchern spielen sie lieber vor 13 500 in der Kieler Sparkassen-Arena. Hinzu kommen dringende Reparaturen am Gebäude. Das Hochbauamt hat ein Architekturbüro mit der Kostenberechnung beauftragt.

Bereits 2011 ermittelte die Stadt einen Instandhaltungsaufwand von über einer Million Euro. Neben einem neuen Dach und einer Wärmedämmung im Stallgebäude ist ein neuer Fußboden in der Markthalle der größte Kostenpunkt. Die hohen Denkmalschutzauflagen für die 101 Jahre alte ehemalige Viehmarkthalle treiben die Investitionen weiter in die Höhe. Ein Beispiel: Anstatt einfach fabrikneue Fenster einzubauen, müssen die alten aufwendig saniert werden.

Trotz der nötigen Ausgaben für die Stadt steht ein Verkauf zumindest im Moment nicht zur Debatte. Eine Veräußerung ist generell allerdings möglich. Gilgenast: „Im Rahmen von Haushaltskonsolidierungen würde ich vorschlagen, die Halle zu verkaufen.“

Sorgen um den Wochenmarkt und die beliebten Flohmärkte seien unbegründet. In allen bisher eingereichten Konzepten ist eine Fortsetzung der bisherigen Veranstaltungen vorgesehen. „Es ist im Interesse der Stadt, das Angebot für die Bürger nicht zu verringern“, sagt Schauer. Gilgenast betont die Bedeutung der Halle für die Stadt. „Die Nordmarkhalle gehört zu Rendsburg. Es ist wichtig, dass sie allen zur Verfügung steht.“

Im Moment ist der Gastronomiebereich der Halle an Frank Lange verpachtet. Sein Vertrag mit der Stadt endet am 31. Dezember. Damit wäre das Gebäude ab dem 1. Januar 2015 für einen neuen Pächter frei. Der Senat entscheidet im späten Frühjahr, wie es mit der Nordmarkhalle weitergeht.

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