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Landeszeitung

16. Dezember 2017 | 03:12 Uhr

Nordlichter strahlen in Rendsburg

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Kommunales Kino holt mit fünf Filmen skandinavisches Flair in die Schauburg / Auftakt der Reihe am kommenden Dienstag

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2015 | 11:38 Uhr

Filme sind ein vielseitiges Medium. Sie können bestürzen, eine wunderschöne Märchenwelt erschaffen, oder das Publikum zum Schaudern bringen. In Hollywood werden sie wie am Fließband produziert. Jeder Blockbuster scheint dem anderen zu ähneln – und doch gibt es eine ganz bestimmte Gruppe von Filmen, die von den Regeln abweicht und unverwechselbar ist: „Die Nordlichter“ kommen zum ersten Mal nach Rendsburg. Das Kommunale Kino unter der Leitung von Harald Jockenhövel zeigt ab Dienstag, 27. Oktober, fünf skandinavische Filme aus Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden und Island in der Schauburg.

Die niedersächsische „Agentur Kulturprojekt“ arbeitete eng mit den Veranstaltern der nordischen Filmtage in Lübeck zusammen, um gezielt fünf Filme auszuwählen und zu untertiteln. Die ausgewählten Werke sind sehr vielseitig und fallen mit teils sehr schwarzem Humor und eigenwilligen Geschichten auf. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden diese Filmreihe zu zeigen, da sie abseits des Popcorn-Kinos liegt“, verrät Jockenhövel. „Außerdem wird Schleswig-Holstein als Brücke zum Norden betitelt. Und bei Rendsburgs dänischer Vergangenheit haben wir uns fast ein wenig verpflichtet gefühlt, diese Filme auszustrahlen. Nicht zuletzt wegen der dänischen Community in der Stadt.“

In den Filmen ist nicht nur die einmalige Natur Skandinaviens zu bewundern, auch die Kultur der nordeuropäischen Länder wird dem Zuschauer etwas nähergebracht. Nicht zuletzt merken die Zuschauer allerdings auch, dass sich die Regieführung sowie das Verständnis von Humor in den Nordstaaten von dem unterscheidet, was der deutsche Kinobesucher gewohnt ist.

So zeigt das dänische Drama „Der Mondfisch“ (Klumpfisken) die Geschichte des Kutterfischers Kesse, der in der modernen Welt kurz vor dem Ruin steht. In seine Not tritt plötzlich die Meeresbiologin Gerd, in die Kesse sich Hals über Kopf verliebt. Das Glück bleibt jedoch nicht lange ungetrübt. Wer bei diesem Film auf einfache Lösungen hofft, wird enttäuscht. Das sei aber genau das, was ihn ausmache, so Jockenhövel. „Skandinavische Filme sind einzigartig, überraschend und überzeugen mit gut durchdachten Geschichten“, betont er.

Dass der Norden nicht nur traurig kann, zeigt der Film aus Island, „Paris des Nordens“ (Paris nordursins). Die Tragikkomödie handelt von dem Lehrer Hugi, einem trockenen Alkoholiker. Hugi lebt in einem kleinen abgeschiedenen Teil Islands, um dort die Ruhe zu genießen. Plötzlich taucht sein Vater Veigar dort auf, von dem er seit Jahren nichts gehört hat. Das einzige, was die beiden Familienmitglieder miteinander verbindet, ist die Tatsache, dass sie es immer wieder schaffen, sich nicht mit sich selbst auseinandersetzen zu müssen.

„Skandinavische Filme gehören zu einem Rand-Genre. Wir gehen mit der Ausstrahlung auch ein kleines finanzielles Risiko ein. Allerdings hoffen wir auf die Filmvernarrten. Und auch auf die Leute, die Lust auf etwas Besonderes haben“, schildert Jockenhövel. „Wenn man nur ein bisschen offen ist, dann ist für jeden etwas dabei.“

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