Nordkolleg wieder auf Kurs

Froese
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Nach dem Kreis-Hauptausschuss gewährt der Senat zum Ausgleich des Defizits eine Sonderzahlung

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11. Juli 2014, 11:19 Uhr

Das Geld ist zusammen. Erst gewährte der Kreis-Hauptausschuss eine Sonderzahlung über 106 000 Euro, jetzt folgte der Senat mit 53 000 Euro. Somit kann Nordkolleg-Geschäftsführer Guido Froese das im vergangenen Jahr entstandene Defizit über 159 000 Euro komplett ausgleichen. Mehr noch: Wie aus der nichtöffentlichen Sitzung verlautete, stellt der Senat den Fortbestand der Bildungseinrichtung nicht in Frage. Diese Haltung wird untermauert durch positive Signale aus Kiel. Sitzungsteilnehmer zeigten sich gegenüber der Landeszeitung optimistisch, dass das Land die 2010 erfolgte Kürzung seines Zuschusses rückgängig macht.

Ursprünglich hatte das Land jährlich 285 000 Euro an das Nordkolleg überwiesen. Unter der Regierung Carstensen wurde die Summe im Zuge der Haushaltskonsolidierung um 45 000 Euro auf 240 000 Euro gekürzt. Für dieses Jahr gibt es erstmalig wieder etwas mehr, wie Geschäftsführer Froese gestern gegenüber unserer Zeitung sagte. 252 000 Euro könne man aus Kiel verbuchen.

Dies allein reicht noch nicht, um ein neues Defizit zu verhindern. Doch Froese setzt darauf, dass die Negativfaktoren des vergangenen Jahres wie der lange Winter und die Teilsperrung der Rader Hochbrücke – beides hatte zahlreiche Kunden-Absagen zur Folge – sich nicht in dieser Intensität wiederholen. Zudem soll der neue Musiktrakt, dessen Bau im Herbst 2015 abgeschlossen werden soll, dem Nordkolleg neue Impulse verleihen. „Wir wollen uns weiterentwickeln zur Landesmusikakademie“, so Froese. Der Neubau verschafft der Einrichtung mehr Flexibilität. Bisher konnten Weiterbildungskurse und Musikangebote aus akustischen Gründen nicht gleichzeitig stattfinden. Das wird sich ändern und könnte die ohnehin bundesweit respektable Eigenmittelquote weiter anheben. Das Nordkolleg erwirtschaftet mehr als 75 Prozent seines 2,2-Millionen-Euro-Etats aus eigener Kraft. Fast alle anderen vergleichbaren Akademien, so Froese, kämen auf maximal 50 Prozent.

Diese Zahlen überzeugen offenbar sowohl die Verwaltung als auch die Kommunalpolitiker. Bürgermeister Pierre Gilgenast betonte auf Anfrage, dass die inhaltliche Arbeit des Nordkollegs hoch geschätzt werde. Offenbar genießt auch ihr Geschäftsführer einen guten Ruf. Die Vertreter der Fraktionen schienen sich einig darin zu sein, dass Froese gute Arbeit leiste und seine Einrichtung hervorragend organisiert habe. Dennoch wolle man die Finanzen genau im Blick behalten.

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