„Nacht der Lichter“ in Büdelsdorf : „NordArt“ im Rausch der Farben

Die „Phönixe“ bestehen aus Schrott. Am Sonnabend wurden sie pink beleuchtet.
Die „Phönixe“ bestehen aus Schrott. Am Sonnabend wurden sie pink beleuchtet.

Gastgeber haben Künstler ausgezeichnet.

shz.de von
16. September 2018, 17:20 Uhr

Büdelsdorf | Die Kunstwerke der „NordArt“ in den Hallen der ehemaligen Carlshütte und in dem angrenzenden 60 000 Quadratmeter großen Park wurden am Sonnabend bis Mitternacht in farbiges Licht getaucht. In der alten Gießereihalle spielten Live-Bands. Höhepunkt war die Verleihung von Kunstpreisen, die die „Lange Nacht der Lichter“ zu einer stimmungsvollen Veranstaltung für die rund 4000 Besucher machten.

Die Gastgeber Hans-Julius und Johanna Ahlmann stifteten den mit 10 000 Euro dotierten „NordArt“-Preis. Er geht in diesem Jahr an den Prager Bildhauer Michal Gabriel. Mit seinen innovativen Techniken und Ausdrucksformen habe er das Publikum fasziniert, hieß es in der Laudatio. Gabriel lehrt an der Universität im tschechischen Brünn und arbeitet mit 3D-Druckern. Er stellt acht Skulpturen aus, unter anderem einen sechs Tonnen schweren Haifisch und die „Geburt der Venus“. Gabriel erhält seinen Preis bei der Eröffnung der „NordArt“ 2019 am 1. Juni.

Ausgezeichnet wurden auch die drei Publikumsfavoriten. Die Chinesin Xiang Jing überzeugte die Besucher mit ihren Installationen „Der Fluss fließt nach Osten“ und „Naked Beyond Skin“. Der chinesische Künstler Zhang Dali beschäftigt sich in dem Werk „Man and Beast“ mit der Beziehung zwischen Mensch und Tier. Ekaterina Zacharova geht in der Bilderserie „Just a Woman“ der Frage nach, was es bedeutet, in unterschiedlichen gesellschaftlichen Strukturen eine Frau zu sein: Die gebürtige Russin lebt am Chiemsee.

Hoch in der Gunst der Besucher stand der Bildhauer Jan Koblasa. Dem 2017 verstorbenen Künstler ist eine Retrospektive in der Wagenremise gewidmet. Der Besucher Michael Wittl aus Rickert ist immer wieder begeistert von den Räumlichkeiten der „NordArt“: „Industriedesign trifft Moderne. Das hat einen besonderen Charme.“ Britta Koenemann aus Fockbek findet die Vielfalt der Kunstwerke überzeugend. „Schön, dass wir so etwas in der ‚Provinz‘ haben. Das ist eine Bereicherung für den ländlichen Raum.“ Wolfgang Gramm, der zusammen mit seiner Ehefrau Inga Aru als Generalkurator für die „NordArt“ zuständig ist, zeigte sich überzeugt davon, dass auch in diesem Jahr die 100 000-Besucher-Marke überschritten wird. Die Kunstausstellung läuft bis zum 7. Oktober.



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