„Noratlas“ landet in Hohn

Gäste und Gastgeber feierten die 15-jährige Freundschaft zwischen dem Verein „Le Noratlas de Provence“ und dem Lufttransportgeschwader 63.
Gäste und Gastgeber feierten die 15-jährige Freundschaft zwischen dem Verein „Le Noratlas de Provence“ und dem Lufttransportgeschwader 63.

Trägerverein des legendären französischen Flugzeugs und LTG 63 feiern ihre Freundschaft

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14. Juni 2018, 14:56 Uhr

Das Geräusch ist prägnant. Es klingt nach einer Mischung aus Hubschrauber und Flugzeug, wenn sich eine Noratlas nähert. Von dem legendären Transportflugzeug ist weltweit nur noch eines im Einsatz – und dieses Exemplar nahm jetzt Kurs auf Hohn. Von Zuschauern, drei vorab angereisten französischen Mechanikern und den Jagdhornbläsern Hohner Harde wurde die Maschine erwartet. Anlass war das 15-Jahr-Jubiläum der Freundschaft zwischen dem Verein „Le Noratlas de Provence“ und dem Lufttransportgeschwader 63.

Bei seinem Ausstieg aus der Maschine zeigte Bordmechaniker Michel Beaudoin, wie wichtig ihm die deutsch-französische Freundschaft ist. Er fiel auf die Knie und küsste die Landebahn. Die Crew, die mit dem Mechaniker aus dem Flugzeug stieg, wurde herzlich von allen Zuschauern und den Jagdhornbläsern begrüßt. Darunter war Crewmitglied Ludwig Prüss, der einzige deutsche Pilot, der die Noratlas fliegen darf und auf diesem Flug als Copilot dabei war. Er schwärmte: „Es ist eine Ehre, dieses Flugzeug fliegen zu dürfen. Es ist das höchste aller Gefühle.“

Was dieses Flugzeug so besonders macht? „Der unvergleichliche Sound kommt vom Kolbentriebwerk. Viele Dinge, die in neuen Maschinen elektronisch überwacht und eingestellt werden, müssen in der Noratlas vom Bordmechaniker durch Handarbeit erledigt werden“, schwärmte Prüss. Dazu gehören die Einstellungen der Triebwerke und Propeller. Alles funktioniert rein mechanisch.

Damit die Noratlas auch künftig gut gepflegt wird, werden die Mechaniker-Lehrlinge Max Schneeberger und Vincent Bonin an der Maschine ausgebildet. Der Verein legt großen Wert auf die Weitergabe der Erfahrungen von den alten Piloten und Bordmechanikern an die nächste Generation. An dieser bei Marseille stationierten Maschine gibt es jeden Sonnabend ein Training der erfahrenen Mechaniker für die Auszubildenden. Die Mechaniker sind für die Instandhaltung zuständig, aber ebenso für das Zusammentragen der weltweit gelagerten Ersatzteile dieses Typs. Unterstützt werden sie von einem Team aus Piloten, Fallschirmspringern und Administratoren.

Eine bekannte Zeremonie ist die Champagnerdusche für angehende Offiziere, bei der sich die Kadetten hinter die Maschine knien und der Champagner aus den geköpften Flaschen über die Propeller auf die fertigen Offiziere gespritzt wird. Des Weiteren wird das mittlerweile historische Denkmal für Fallschirmsprünge und historische Paraden in Deutschland und Frankreich eingesetzt.

Am Nachmittag trafen sich die Crew und die Mitglieder des Freundeskreises der „Noratlas de Provence“ am Gedenkstein in Hohn, den seit drei Jahren ein Propeller dieser Maschine ziert. Bordmechaniker Michel Beaudoin verlas ein Schreiben des Kommandeurs Helmut Frietzsche, in dem der Erfahrungsaustausch mit dem französischen Verein und die gute Freundschaft miteinander betont wurde und er der gesamten Crew allzeit „Happy Landings“ wünschte.

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