Basketball : Noch fehlen Teile im Personal-Puzzle

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Basketball-Regionalligist BBC Rendsburg steht vor einem großen Umbruch. Nur vier Spieler aus dem 14er-Kader bleiben Trainer Bjarne Homfeldt erhalten. Homfeldt ist trotz der vielen noch fehlenden Teile im Personal-Puzzle zuversichtlich.

shz.de von
25. Juli 2015, 06:00 Uhr

Wenn Bjarne Homfeldt heute zur ersten Trainingseinheit nach der Sommerpause bittet, dann weiß der Trainer des BBC Rendsburg selbst nicht genau, was ihn erwartet. Und besser gesagt: wer ihn erwartet. Denn der Basketball-Regionalligist steht vor dem größten Umbruch seiner noch jungen Geschichte. Nicht weniger als zehn Spieler haben den Verein nach der Saison 2014/15 aus den unterschiedlichsten Gründen verlassen. Mit Mannschaftskapitän Morris Brodersen, Max Hillner, Patrick Sopha und Alexander Schlemmer verblieben nur vier Spieler aus dem alten Kader. „Wenn ein Team zu einem sehr großen Teil aus Schülern besteht, dann sind Abgänge nach einer Saison nichts Besonderes. Doch der Aderlass in diesem Jahr ist schon sehr außergewöhnlich“, sagt Homfeldt.

Und es sind nicht nur irgendwelche Spieler, die den Verein verlassen haben, sondern Akteure, die maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt des Aufsteigers in der 1. Regionalliga hatten. Wie Eric Kibi (Kanada) oder Peter Marcic (Slowenien). Beide Profis waren direkt nach dem Saisonende in ihre Heimat zurückgekehrt. Wie Björn Rohwer. Das Rendsburger Eigengewächs hat bei den Weißenhorn Youngsters seinen ersten Profivertrag unterschrieben. Dort soll der U20-Nationalspieler Spielpraxis in der 2. Bundesliga Pro B erhalten und kann außerdem beim Erstligisten Ratiopharm Ulm mittrainieren. „Für Björn ist das eine Riesenchance. Ich freue mich für ihn.“ Andere zieht es bestandenem Abitur ins Ausland wie Christian Rinner. Und Jannek Schmidt, Christoph Brunk, „Dimi“ Basylev sowie Tim Störtenbecker haben woanders bessere berufliche Perspektiven.

Viele Trainer würden angesichts eines so massiven Personal- und Qualitätsverlustes mit der Situation hadern – nicht Homfeldt, der trotz der intensiven Suche nach Neuverpflichtungen vergangene Woche sogar Zeit zum Ausspannen fand. Der Twisters-Coach tourte mit seiner Freundin durch Mecklenburg-Vorpommern und beschäftigte sich ausnahmsweise einmal nicht mit Basketball. „Das tat gut, denn die Wochen vorher waren schon sehr anstrengend.“ Der Tag bestand für Homfeldt fast nur aus Telefonaten und persönlichen Gesprächen mit potenziellen Kandidaten sowie Video-Sichtungen. Die Spielersuche bestimmte über Wochen seinen Lebensrhythmus. Konkrete Ergebnisse liegen allerdings noch nicht vor. „Doch ich hätte gar nicht so entspannt in den Urlaub fahren können, wenn ich nicht guter Dinge wäre. Einige Verträge sind schon verschickt und müssen nur noch unterschrieben werden“, sagt Homfeldt. Und viele Spieler würden sich spontan entscheiden, so der Twisters-Coach weiter. Ein ganz wichtiges Datum sei dabei der 15. Juli. „Dann laufen die Bewerbungsfristen für die jeweiligen Universitäten ab. Wer in Kiel studiert und hochklassigen Basketball spielen will, der wird sich bestimmt auch mit dem BBC Rendsburg befassen. Wir haben uns in der Szene mittlerweile einen guten Ruf erarbeitet. Vielleicht kann ich ja am Sonnabend schon ein paar neue Gesichter in der Halle begrüßen.“

Homfeldt sieht in dem Umbruch auch eine große Chance „Wir können jetzt eine Mannschaft zusammenstellen, die über einen längeren Zeitraum zusammenbleibt und die ich entwickeln kann.“ Auch Talente aus dem eigenen Stall hätten jetzt die Möglichkeit, sich zu präsentieren. „Wir haben eine Reihe von guten Spielern, die den Sprung schaffen können. Patrick Sopha hat zum Beispiel eine tolle Entwicklung genommen. Er ist vor der vergangenen Saison auch als Talent zu uns gestoßen und stand am Ende bis zu 35 Minuten auf dem Feld.“ Bei der Besetzung der Ausländer-Plätze hält sich Homfeldt noch bedeckt. „Wir planen zwar erneut mit zwei Profi-Spielern, diese müssen aber zum Team passen. Daher muss erst der Kern mit deutschen Spielern stehen, bevor wir uns um die Profis bemühen.“

Auch wenn noch viele Teile im Personal-Puzzle fehlen, müsse sich niemand Sorgen um die Twisters machen, betont Homfeldt. „Wir werden auch in der kommenden Saison eine schlagkräftige Truppe aufs Feld schicken können.“

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