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Landeszeitung

17. Dezember 2017 | 13:30 Uhr

Noch eine schlafende Baustelle

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

shz.de von
erstellt am 10.Jun.2016 | 10:49 Uhr

Was die Autofahrer derzeit am Rendsburger Kanaltunnel ärgert, nervt auch an der Autobahn 7 etwas weiter nördlich: Seit Monaten wird der Parkplatz Lottorf umgebaut, weshalb das Tempo auf 80 Stundenkilometer gedrosselt wurde – doch auf der Baustelle ist schon lang kein Arbeiter mehr gesehen worden. Die Baufirma macht einfach nicht weiter. Denn sie liegt im Clinch mit ihrem Auftraggeber, dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr. Der glaubt, dass das Unternehmen aus Schleswig gepfuscht hat.

Der Parkplatz an der A7 Richtung Norden zwischen den Anschlussstellen Owschlag und Schleswig-Jagel sieht fast fertig aus: Asphalt- und Pflasterflächen sind gelegt sowie neue Rastbänke mit Tischen sind aufgestellt. Nur einige Restarbeiten müssen offenbar noch erledigt werden. Doch nach wie vor versperren rot-weiße Baken die Zufahrt. Karl-Heinz Roos, Leiter der Flensburger Niederlassung beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, bestätigt: „Die Baustelle ist am 1. Oktober vergangenen Jahres eingerichtet worden. Die Arbeiten sollten ursprünglich Anfang Mai abgeschlossen sein.“ Die Baufirma habe offenbar technische Probleme. „Wir haben Mängel festgestellt“, sagt Roos. Seiner Meinung nach ist die Frostschutzschicht aus Kies unter dem Asphalt nicht ausreichend verdichtet worden. Das Unternehmen für Straßen- und Tiefbau aus der Schleistadt sieht das anders, was Roos wiederum nicht wundert. Denn um die Mängel zu beheben, muss die Asphaltschicht auf geschätzten 500 Quadratmetern wieder aufgerissen werden. Wegen dieses Streits herrscht Ruhe auf der Baustelle. „Wir sind machtlos, wenn die Firma ihre Bagger nicht bewegt“, sagt der Niederlassungsleiter. Seine Behörde mache bereits Druck und drohe damit, nicht den vollen Preis zu bezahlen. „Die Lastwagenfahrer brauchen ja die Parkplätze“, so Roos. Das Problem sei derzeit, dass das Unternehmen kein Konzept liefert, wie es die Mängel beheben will. Deshalb liegt die Baustelle seit fast sechs Wochen still.

Lottorf ist Karl-Heinz Roos zufolge der vierte Rastplatz, der in den vergangenen Jahren an der A7 auf Vordermann gebracht wird. Nummer zwei und drei wurde von der gleichen Firma fertiggestellt. „Dabei sind diese Probleme nicht aufgetreten“, sagt Roos.

Hintergrund der Sanierung: Die Parkplätze für Lastwagen sollen verdreifacht werden. Während vor den Bauarbeiten lediglich acht Laster gleichzeitig unterkamen, sollen es nach Abschluss 24 sein. Auch für Autos gibt es eines Tages mehr Raum, die Zahl der Parkbuchten wächst von 20 auf 24. Und für Großraum-Transporter steht ein 125 Meter langer Streifen zum Halten zur Verfügung. Vorher waren es nur 100 Meter, die für Laster mit Überlänge – wie sie etwa beim Transport von Windkraft-Flügeln eingesetzt werden – reserviert sind. „Um die Fläche zu erweitern, hatten wir ein Grundstück dazugekauft“, erklärt Roos.

Wann der großzügigere Rastplatz Lottorf endlich von Lastern und Autos angesteuert werden kann, vermag der Niederlassungsleiter nicht zu sagen. „Wir wollen aber auf jeden Fall vor den Sommerferien fertig sein“, sagt er hoffnungsvoll. Dafür werde der Verkehr vermutlich an einem Tag durch die Sperrung der rechten Spur eingeschränkt sein, länger nicht, verspricht er.

Das nächste Projekt an der Autobahn 7 ist die Raststätte Hüttener Berge auf der anderen Seite. Das Areal, das an der Strecke Flensburg Richtung Hamburg liegt, werde gemeinsam mit der Firma „Tank und Rast“ saniert. Während der Landesbetrieb den Park- und Rastplatz erneuere, will das Unternehmen seine Raststätte komplett neu aufbauen. „Es wird aber erst frühestens im Jahr 2019 soweit sein“, sagt Roos.

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