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Fähren-Jubiläum : Noch ein Geburtstag: Die „Nobiskrug“ wird morgen 60

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Am 18. September 1953 wurde die Fähre „Nobiskrug“ in Betrieb genommen. Ein Mitarbeiter der damaligen Staatswerft Saatsee erinnert sich. Das Geburtstagskind arbeitet heute an der Burger Fähre.

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erstellt am 17.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Nicht nur Eisenbahnhochbrücke und Schwebefähre feiern einen runden Geburtstag. Gut zwei Kilometer entfernt war einst die Motorfähre „Nobiskrug“ im Einsatz, die am morgigen 18. September vor genau 60 Jahren ihren Betrieb aufnahm. Ein Mann, der an ihrem Bau beteiligt war, machte uns auf dieses Jubiläum aufmerksam.

Das Datum des 18. September 1953 ist auf einer Klappkarte mit einem Foto der Fähre verewigt, die der Rendsburger Gerhard Riedl in Ehren hält. Der heute 86-Jährige war als Dreher bei der damaligen Staatswerft Saatsee beschäftigt und hat die „Nobiskrug“ mit etwa 50 Kollegen kanaltüchtig gemacht. Er erinnert sich noch, dass er die Brunnen fertiggestellt hat, auf denen die beiden Propeller der Baunummer 25 der Marke Voith-Schneider stehen.

Auf der Rückseite des besonderen Kartengrußes drückt Baurat Hoppe, der Betriebsleiter der Werft Saatsee, den „lieben Mitarbeitern“ sein Bedürfnis aus, ihnen einen Dank für die Tätigkeit an dem „bemerkenswerten Bauwerk“auszusprechen. Zum äußeren Zeichen dafür werde das Erinnerungsbild überreicht. Als Staatsbetrieb habe man keine Möglichkeit, ihnen eine Anerkennung in Form einer fröhlichen Feier zukommen zu lassen. Wörtlich schrieb Hoppe, der nach Angaben Riedls später Ministerialdirigent in Bonn war: „Sie können stolz auf diese schöne Fähre sein, die unseren Namen nicht nur in unsere enge Heimat, sondern in alle Lande tragen wird.“

Zu erfahren sind auch technische Details über die „Nobiskrug“: Sie ist über die Steven 22,50 Meter, über die Landeklappen 30,28 Meter lang, die Breite über die Spanten betrug 9,60 Meter, die Fahrbahnbreite 5,20 Meter. Für den Antrieb sorgten damals zwei luftgekühlte Sechs-Zylinder-Diesel-Motoren mit jeweils 70 PS.

Wie aus einer im Baujahr der Fähre herausgegebenen Broschüre mit dem Titel „Der Nord-Ostsee-Kanal“ hervorgeht,stellte die „Nobiskrug“ neben zwei weiteren Bauten neuen Typs eine Erleichterung für den Schiffsverkehr gegenüber den bisherigen Kettenfähren dar. Mit dem Propellerantrieb könne sie vorwärts, rückwärts und seitwärts fahren sowie eine Drehbewegung um die eigene Achse ausführen. Die Dauer der Überfahrt wurde erheblich abgekürzt, im Gefahrenfall konnte nun schnell ausgewichen werden. Im Herbst 1953 sollte die Fähre im regulären Nobiskrug-Fährverkehr eingesetzt werden.

Die Jubilarin, einzige verbliebene Klappenfähre auf ihrem Gewässer, versieht nach wie vor ihren Dienst. Sie verkehrt für den Außenbezirk Hochdonn des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel an der Fähre Burg zwischen den Orten Burg in Dithmarschen und Wilster im Kreis Steinburg.


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