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Hohenwestedt : Niedrige Zinsen zwingen zur Fusion

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Sparkasse Hohenwestedt will sich mit ihrem großen Partner aus Kiel zusammenschließen. Filialen sollen zunächst erhalten bleiben.

Die Sparkasse Hohenwestedt will mit der Förde-Sparkasse fusionieren. Das hat die Zweckverbandsversammlung des Geldinstitutes in dieser Woche beschlossen. Die Pläne stoßen in Kiel auf positive Resonanz, wie beide Häuser gestern mitteilten. Filialschließungen und Mitarbeiterentlassungen sollen mit der Fusion ausdrücklich nicht einhergehen, betonte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hohenwestedt, Ralf Patock, auf Nachfrage der Landeszeitung.

Die Entscheidung fiel am Dienstagabend einstimmig. Die Sparkasse Hohenwestedt begründet die Pläne mit der anhaltenden Niedrigzinsphase. „Das heutige Ertragsniveau wird sich nicht halten lassen“, sagte Patock. Der Zinsüberschuss sei in den vergangenen Jahren zwar konstant bei rund 5,3 Millionen Euro geblieben, doch „wir sehen deutliche Rückgänge in unseren Prognosesystemen“, so der Vorstandsvorsitzende. Das liege daran, dass die Kreditverträge aus Zeiten, in denen der Zins noch höher lag, allmählich auslaufen. Deshalb schlagen die Effekte der zu geringeren Sätzen abgeschlossenen Verträge der vergangenen Jahre bald durch. Das Hohenwestedter Geldinstitut wird besonders davon betroffen sein, weil seine Aktivitäten laut Patock zu 80 Prozent aus dem Kundengeschäft bestehen. Wertpapierhandel mache hingegen nur einen kleinen Teil aus. „Unsere Achillesferse ist die Ertragssituation – und die erodiert“, sagte Ralf Patock. Auf der anderen Seite habe es sein Haus – wie alle Banken – mit steigenden Kosten zu tun. Dabei gebe es jedoch kaum Einsparpotenziale – beim großen Faktor Personal schon gar nicht. „In unserem kleinen Haus brauchen wir jeden Mitarbeiter.“

Ein weiterer Grund für die Fusionspläne sind steigende Anforderungen im Aufsichtsrecht. Ein Beispiel dafür hat auch zur Erkenntnis geführt, dass die Sparkasse in schwere See geraten könnte: Die „Niedrigzinsumfrage“ der Bundesbank, die damit die Stabilität der deutschen Banken ermittelte. Dafür sollten die Hohenwestedter Ertragsprognosen für die kommenden fünf Jahre berechnen, aber ohne nennenswerte Margen-Zuwächse. Sie kamen zu einem ernüchternden Ergebnis. Deshalb war laut Patock der Fusionsgedanke aufgekommen. Sein Haus kooperiert bereits seit 2013 mit der Förde-Sparkasse, die sich mit 25,1 Prozent am Stammkapital beteiligte. Das Hohenwestedter Haus mit 47 Mitarbeitern ist im Vergleich zum großen Partner, der 1300 Menschen beschäftigt, ein Zwerg.

Die Verhandlungen beginnen bereits in der kommenden Woche. Ralf Patock rechnet damit, dass der Zusammenschluss noch 2016 erfolgt. „Die Fusion wird definitiv nicht dazu genutzt, Mitarbeitern betriebsbedingt zu kündigen oder eine der Filialen in Todenbüttel, Aukrug oder Wasbek zu schließen“, sagte er. Das stehe für ihn im Mittelpunkt der Verhandlungen, ebenso den regionalen Charakter seines Hauses sowie Spenden und die Seniorenstiftung zu erhalten.

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erstellt am 19.Nov.2015 | 17:10 Uhr

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