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Es sind noch Plätze frei : Nicht nur Fleischer dringend gesucht

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Konzertierte Aktion zur Vermittlung von Ausbildungsplätzen am Berufsbildungszentrum Nord-Ostsee-Kanal. Betriebe im Kreis haben noch offene Stellen.

von
erstellt am 08.Sep.2015 | 06:00 Uhr

Der Beruf des Fleischers mag ein wenig aus der Mode gekommen sein. Aber die Zukunftsaussichten sind gut. „Bei der Freisprechung hatte jeder Geselle drei bis vier Angebote vorliegen“, weiß Susanne Waschmann-Schleth. Wer Bäcker oder Bäckereifachverkäuferin lernen möchte, hat ebenfalls gute Perspektiven, erklärt Ivonne Papke. Mehr als zwölf Betrieb im Kreis suchen noch Auszubildende. Die beiden Lehrerinnen am Berufsbildungszentrum am Nord-Ostsee-Kanal (BBZ am NOK) haben eine lange Liste mit Betrieben mit unbesetzten Lehrstellen – und konnten jungen Leuten gestern konkrete Angebote unterbreiten.

Rund 80 Schülerinnen und Schüler mit einem Haupt- oder Realschulabschluss, aber ohne Ausbildungsplatz haben sich am BBZ zum Besuch der Klassen des Ausbildungsvorbereitenden Jahres angemeldet. Für einige von ihnen steht im Vordergrund, noch einen qualifizierteren Schulabschluss zu erlangen. Aber manche haben nach eigener Aussage „noch keinen genauen Plan“. Hier greift die Schule gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer, der Handwerkskammer Flensburg, der IHK und der Agentur für Arbeit helfend ein. „Wir haben uns erstmalig zu einer konzertierten Aktion verabredet“, bei der gestern und heute die jungen Leute ausführlich beraten wurden, erklärt Schulleiterin Monika Boye.

Ganz individuell nimmt sich Anne Ahrens Zeit. „Die Schüler sind ja noch sehr jung, teilweise erst 15“, erklärt die Berufsberaterin von der Agentur für Arbeit. Im Gespräch ermittelt sie die Vorstellungen und zeigt Alternativen auf. Wenn ein junges Mädchen mit Hauptschulabschluss ein Praktikum im Kindergarten absolviert hat und später „etwas mit Kinder machen möchte“, sieht es schlecht aus. Für die Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistentin benötigt sie einen Realschulabschluss. Aber: „Wir wollen Alternativen aufzeigen“, sagt Anne Ahrens. Auf der anderen Seite sei es so, dass eine dreijährige Berufsausbildung auch zur Mittleren Reife führen kann – wenn der Azubi zusätzlich Englisch belegt und die Abschlussnote 3,0 beträgt. Für Darleen Nehren aus Rendsburg und Michelle Lepper aus Eckernförde ist hingegen klar: Sie möchten jetzt Geld verdienen. Während Michelle etwas im Hauswirtschaftsbereich vorschwebt, strebt Darleen eine Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin an.

Damit haben beide gute Chancen. „Im Nahrungsmittelbereich gibt es im Kreis 36 offene Stellen“, weiß Christian Werft von der Handwerkschaftskammer Flensburg. Sind Schüler unentschlossen, raten er und sein Kollegen Hans-Hermann Lausen ihnen, erst einmal ein Praktikum zu machen. Dies ist auch für Iris Fehrs ein guter Weg, „um in die Ausbildung zu kommen“. Die Diplom-Sozialpädagogin ist an der BBZ für berufliche Integration zuständig und hat die zweitägige Aktion organisiert.

Aber auch in jenem Bereich, in dem die Nahrungsmittel erzeugt werden, besteht noch Bedarf an Auszubildenden. „Die Ausbildung zum Landwirt ist die vielfältigste“, erklärt Sabine Potthast, die an der Landwirtschaftskammer für Nachwuchswerbung in den zwölf „grünen Berufen“ zuständig ist. Sie räumt bei ihren Veranstaltungen mit einem immer noch vorhandenen Vorurteil auf: „Es wird nicht nur mit der Mistforke gearbeitet. Viele Abläufe werden mit dem Tablet gesteuert.“ Im Internet sind die freien Stellen aufgelistet. „Ein Start ist jetzt noch möglich“, sagt Potthast.

Informationen:

>www.lksh.de - siehe unter: Aus- und Weiterbildung

>www.hwk-flensburg.de - Näheres unter: Ausbildung

>www.ihk.de - Lehrstellenbörse

>www.bib-rd.de - Berufs-Informations-Börse , 8. bis 10. Oktober in Rendsburg

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