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Busse in Rendsburg : Nicht alle fahren auf Transdev ab

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Berliner Unternehmen übernahm vor einem halben Jahr den Rendsburger Stadtbusverkehr. Noch immer sind viele Kunden unzufrieden.

von
erstellt am 03.Jul.2017 | 12:51 Uhr

Ein halbes Jahr nach dem holprigen Start eines neuen Stadtbusbetreibers in Rendsburg sind viele Fahrgäste noch immer unzufrieden. An der Sauberkeit der Wagen haben sie nichts mehr auszusetzen, aber an der Freundlichkeit der Fahrer und der Pünktlichkeit. Menschen mit Behinderungen kritisieren die Enge der Gänge und des Abstellplatzes im hinteren Wagenteil.

Wie berichtet, vergab der Kreis Rendsburg-Eckernförde den Stadtbusverkehr aufgrund einer Ausschreibung zum 1. Januar 2017 an die Berliner Transdev-Gruppe, die ihn an ihr Tochterunternehmen Norddeutsche Verkehrsbetriebe (NVB) mit Sitz in Niebüll übertrug. Für den vorherigen Anbieter T. H. Sievers aus Rendsburg endete damit eine 83-jährige Ära.

Einige Fahrgäste trauern dem Unternehmen nach. Holger Ossenbrüggen berichtete, dass T.H. Sievers zu Stoßzeiten auf manchen Linien einen zweiten Bus einsetzte. „Das passiert jetzt gar nicht mehr“, sagte der 57-jährige Rendsburger. Zudem hätten auf die Abstellflächen im hinteren Teil der alten Busse zwei Rollatoren und zwei Kinderwagen gepasst. Inzwischen sei der Platz schon mit zwei Fahrzeugen ausgefüllt. Ronny Andreä (52) berichtete darüber hinaus, dass die Sievers-Busse breitere Gänge hatten, was Senioren mit Rollatoren entgegenkam. Renate Walther klagte über Probleme auf der Linie 16 von Schacht-Audorf. Die 72-Jährige leidet an eingeschränkter Sehfähigkeit und zeigt beim Einsteigen stets ihren Schwerbehindertenausweis vor. Trotzdem seien einige Buslenker abgefahren, bevor sie einen Sitzplatz fand. Kathrin Solterbecks Zufriedenheit schwankt. „Das kommt darauf an, wer fährt“, sagte die 60-jährige Rendsburgerin. Manche Fahrer würden nicht dicht genug am Kantstein halten. Menschen mit Gehhilfen hätten dadurch Probleme beim Einsteigen. Ansonsten ist sie zufrieden. „Ich kriege die Hilfe, die ich brauche“, sagte sie. Ebenso berichtete Verga Gogh (65) von hilfsbereiten Fahrern, die immer eine Rampe für ihren Rollator herablassen.

Wie in der Startphase fallen nach wie vor Busse aus, berichteten mehrere Fahrgäste. Zudem lässt die Pünktlichkeit zu wünschen übrig. Die Busse starten zwar am Zentralen Omnibusbahnhof fahrplanmäßig. Zu Verspätungen kommt es aber auf dem Rückweg. Lars Petersen pendelt mit dem Zug von Flensburg zum Rendsburger Bahnhof und fährt dann mit dem Bus zum Tagungszentrum Martinshaus. „Auf dem Hinweg klappt es meist, aber auf dem Rückweg muss ich immer Zeit einplanen“, sagte der 36-Jährige. Nachmittags halte die Linie 12 manchmal mit 20-minütiger Verspätung am Martinshaus. Ebenso beklagte der Pendler Maik Düring (17) aus Neumünster lange Wartezeiten am Nachmittag. Morgens kämen Busse dagegen sogar zu früh.

Die Erfahrung von Holger Ossenbrüggen zeigt, dass die Verspätung aber nicht von der Tageszeit abhängt, sondern auf dem Weg zum Bahnhof auftritt. Er kommt morgens häufig unpünktlich zur Arbeit an der Bahnhofstraße. Der Bus in der Parksiedlung fahre manchmal fast 15 Minuten zu spät ab. Nachmittags erlebe er diese Unpünktlichkeit nicht. Als positiv hob er hervor, dass das Busnetz nach wie vor weit verzweigt ist.

Wie berichtet, musste Transdev 35 Fahrer von T.H. Sievers übernehmen. Karin Gosch aus Rendsburg zeigte Verständnis für deren Situation. „Die Umstellung geht ja auch nicht spurlos an ihnen vorbei.“

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