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Neun Stationen auf den Spuren Martin Luthers

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Erlebnisparcours Reformation“ mit Gottesdienst eröffnet

Aspekte der Reformation sollen in der Kreuzkirche in Büdelsdorf für die Besucher erlebbar werden. 13 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter der evangelischen Kirchengemeinde haben den Innenraum in Anlehnung an Martin Luthers Wirken vor rund 500 Jahren umgestaltet. Die Wartburg, der Marktplatz und die Schlosskirche in Wittenberg sowie eine „Disputierkanzel“ gehören zum „Erlebnisparcours Reformation“, der am Sonnabend mit einem Gottesdienst eröffnet wurde.

„Die Idee für den Reformationsparcours kam schon vor zwei Jahren auf. Nach Weihnachten haben wir mit den Arbeiten dafür begonnen“, erklärte die Vikarin Josephine Teske. Zu den Helferinnen gehörte auch Birthe Dunker. „Wir haben uns in einer Whats-App-Gruppe organisiert, das war für unsere Arbeit sehr praktisch.“ Einige der ehrenamtlichen Helfer seien in den vergangenen Wochen fast täglich in der Kirche gewesen, um zu sägen, zu malen oder zu hämmern.

Ins Auge fällt die Disputierkanzel, die um die ursprüngliche Kanzel herum gebaut wurde. Von hier aus sollen Streitgespräche geführt werden, wie es früher in Wittenberg üblich gewesen sei, betonte Pastor Michael Grabarske. „Einer trägt seine Argumente vor, dann geht einer der Zuhörer auf die Kanzel und antwortet darauf – ein Disput entsteht.“ Am 1. Juli um 19.30 Uhr wird Jens-Peter Schwieger auf der Disputierkanzel stehen. Der gebürtige Büdelsdorfer, jetzt Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, wird zum Thema „Ist doch egal, ob und was ich wähle!“ sprechen. „Mit diversen kirchlichen und gesellschaftlichen Themen wollen wir eine Diskussionskultur beleben und pflegen“, machte Grabarske deutlich.

Eine Nachbildung der Wartburg dominiert den Innenraum der Kreuzkirche. Im Turmzimmer ist ein Stehpult aufgebaut, auf dem eine Lutherbibel liegt. Die Besucher sind aufgefordert, Passagen daraus abzuschreiben. Entstehen soll dadurch die Büdelsdorfer Bibel in Handschrift. Im Burggang hängen Plakate, die auf verschiedene Art „Wahlwerbung“ für Luther machen. Eigene Thesen oder Wünsche können die Besucher an eine Nachbildung der Tür der Schlosskirche nageln – so wie es Martin Luther vor 500 Jahren mit seinen 95 Thesen gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche getan hat.

An neun Stationen können die Besucher Luther und die Reformation erleben. In „Käthes Stube“ trifft man sich am Ende des Rundgangs. Hier kann man noch einmal Fragen erörtern oder einfach nur Kaffee trinken. Nach Veranstaltungen sind die Gäste eingeladen, hier noch ein wenig zu verweilen und miteinander zu sprechen. „Den Reformationsparcours kann und sollte man in Ruhe alleine besuchen. Möglichst mit Zeit, sich auf die neun Stationen einzulassen“, rät Grabarske.

> Führungen können angemeldet werden unter der Rufnummer 04331/492290 oder per E-Mail: kreativkirche@kibur.de. Geplant sind in dem Parcours besondere Aktionen wie Bibellesestunden für Kinder in der Wartburg, Theateraufführungen, Disputationen, die Sommerkinderkirche, Gottesdienste oder Nachmittage für Gruppen. Der Reformationsparcours ist zunächst freitags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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