Freiwillige Übung : Neun Autos zerlegt

Lagebesprechung: Bei einem demolierten BMW beratschlagen die Feuerwehrleute das weitere vorgehen.
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Lagebesprechung: Bei einem demolierten BMW beratschlagen die Feuerwehrleute das weitere vorgehen.

Die Hohenwestedter Feuerwehrleute lernten neue Techniken kennen, um für den Ernstfall gerüstet zu sein.

shz.de von
01. April 2014, 06:00 Uhr

Nachdem die Feuerwehrleute ihre Sonderschicht beendet hatten, glich das Gelände rund um die Feuerwache einem Schrottplatz. Um in Theorie und Praxis noch fitter für ihre Einsätze an den Bundesstraßen 77 und 430 zu werden, zerlegten die Feuerwehrfrauen und -männer insgesamt neun Pkws, die ihnen von verschiedenen Autohäusern und von einem Schrotthändler zur Verfügung gestellt worden waren.

„Die schweren Verkehrsunfälle, wo wir die Fahrzeuge zerschneiden müssen, um eingeklemmte Personen zu befreien, werden immer seltener“, stellte Zugführer Stefan Kanschat fest, während seine Kameraden damit beschäftigt waren, diverse Pkws systematisch zu zerlegen. Zunehmende Fahrzeugsicherheit sowie Geschwindigkeitsbegrenzungen tragen dazu bei, dass die Hohenwestedter Feuerwehrleute nicht mehr so oft wie früher zu Horrorunfällen an B 430 und B 77 gerufen werden. Ausreichend praktische Erfahrung braucht man aber, um mit der nötigen Sicherheit zu Verkehrsunfällen ausrücken zu können, und darum opferten die Feuerwehrfrauen und -männer einen Freizeittag für eine Extraschicht zum Thema Technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen. Damit an realistischen Objekten geübt werden konnte, wurden die Autos vorab erst einmal fachmännisch demoliert. „Unbeschädigte Autos treffen wir bei Unfällen so gut wie nie an“, vermerkte Udo Witthinrich, der mit einem von einem Hohenwestedter Unternehmen bereit gestellten Teleporter ganze Arbeit leistete: Die Autos wurden aus sechs Meter Höhe auf einen Baumstamm fallen gelassen, umgekippt, kopfüber auf einen Hang gelegt oder auf eine kleine Mauer gesetzt (um einen Unfall an einer Kaimauer zu simulieren). Stefan Kanschaft, Udo Witthinrich und Norbert Zietz leiteten die verschiedenen Praxisgruppen an.

Eine neue Strategie heißt „große Seitenöffnung“. Beim Üben dieser zeitsparenden Rettungstechnik kamen fabrikneue akkubetriebene Hydraulikspreizer und -scheren zum Einsatz. „Das ist eine gute Gelegenheit, diese neuen Geräte, die angeschafft werden sollen, auf Herz und Nieren zu prüfen“, meinte Kanschat.

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