zur Navigation springen

Nortorf : Neues Leben für Hunderte Fahrräder

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Freiwillige reparieren seit 2015 ausrangierte Fortbewegungsmittel. Flüchtlinge profitieren – müssen inzwischen aber einen kleinen Obolus zahlen.

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2017 | 10:15 Uhr

Mit einem ohrenbetäubenden Scheppern trifft der Hammer auf eine Metallstrebe. Manchmal zählt bei der Reparatur von alten Fahrrädern nur präzise Gewalt. Diese Erfahrung haben die fünf Männer vom Freundeskreis für Asylsuchende im Nortorfer Land und dem Bürgerforum Nortorf gemacht. Seit 2015 bringen sie die Räder für Flüchtlinge wieder auf Vordermann. Mittlerweile sind es etwa 250 Drahtesel, schätzen die freiwilligen Helfer.

„Das erste halbe Jahr haben wir noch nicht mitgezählt“, sagt Klaus Schuldt, nun wird jedes Rad mit einer Nummer versehen, sodass nachverfolgt werden kann, wie viele Räder repariert worden sind, und wo die Räder abgeblieben ist. Häufig komme es vor, dass die Fahrräder ihren Besitzer wechseln. Sie werden nicht etwa geklaut, was aber auch passiere, sondern stehen gelassen, wenn eine Familie abgeschoben wurde oder freiwillig ausreist. Dann gehe das herrenlose Rad manchmal an eine andere Familie über, erläutert Schuldt.

Während früher die Fortbewegungsmittel umsonst rausgeben und repariert wurden, müssen die Kunden nun einen kleinen Obolus zahlen. „Das soll die Wertschätzung für die Räder erhöhen“, sagt Schuldt. Dennoch seien sie erschwinglich. So werde jedes Fahrrad kurz bewertet und entsprechend des Ersatzteilaufwandes repariert. Das koste in den meisten Fällen zehn bis zwanzig Euro. Das Geld wandere dann nicht etwa in die Kasse der Werkstatt, sondern auf das Konto des Freundeskreises beim Amt.

Gespendete Fahrräder, die nicht mehr zu retten sind, werden oft für Ersatzteile ausgeschlachtet, sagt Dieter Schlüter. Man müsse halt mit dem arbeiten, was die Werkstatt bekomme. Immer donnerstags von 15 bis 17 Uhr hat die Werkstatt geöffnet. Mal kämen fünf Kunden, an anderen Tagen drängten sich die Menschen dicht in den Kellerräumen der Gemeinschaftsschule. Die Tür an der Rückseite des Schulgebäudes nahe der Turnhalle stehe dann offen. Noch immer brauche die Werkstatt Fahrräder. Die könnten einfach am Donnerstag abgeliefert werden oder das alte Fahrrad wird abgeholt. Unter Tel. 0 43 92 / 6 94 06 oder 0 43 92 / 44 67 kann ein Termin vereinbart werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen