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Landeszeitung

20. Oktober 2017 | 04:08 Uhr

Neues Leben für die Zuckerfabrik?

vom

Studentinnen der Muthesius-Kunsthochschule legten Entwürfe vor / Thomas Krüger plant Whisky-Museum und Wein-Geschäft

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Rendsburg | Eidora? Wenn der Name fällt, wissen selbst manche Rendsburg-Kenner nicht, wovon die Rede ist. Die ehemalige Zuckerfabrik liegt tief im Dornröschenschlaf: Ein Backstein-Bau über mehrere Etagen im Hinterhof zwischen Schleuskuhle und Torstraße. Wenn es nach Eigentümer Thomas Krüger geht, wird dort ein neuer Anziehungspunkt für die Rendsburger Innenstadt entstehen. Der Feinstkost-Händler möchte hier seine Whisky-Sammlung präsentieren, Weine verkosten und verkaufen sowie eventuell Auktionen veranstalten. Doch bis es soweit ist, liegt noch ein langer Weg vor ihm.

Den ersten Schritt tat Thomas Krüger jetzt mit der Ausschreibung eines Gestaltungs-Wettbewerbs. Unter Professorin Dagmar Schork von der Muthesius-Kunsthochschule Kiel fertigten 14 Studentinnen für Raumstrategie und Interiour Design bemerkenswerte Entwürfe an. Elf davon wurden jetzt einer Jury präsentiert. Da wurden Wände durchgebrochen und Sichtachsen über die vier Etagen des alten Baus geschaffen, wurden moderne Materialien wie gebürstetes Metall oder gebläuter Stahl verwendet und stilvolle Lösungen zur Lagerung und Präsentation der Spirituosen verwendet.

"Schon beim ersten Entwurf habe ich gesagt: Das ist es", freut sich Hausherr Krüger. "Aber da habe ich auch beim zweiten gesagt." Die Wahl fiel am Ende nicht leicht. Denn alle Studentinnen berücksichtigten den "Dialog von Geschichte und Gegenwart". Untergebracht werden sollten ein Weinkeller, die umfangreiche Whiskysammlung, ein Auktionsberich - aber natürlich auch ein Verkaufsraum, denn Thomas Krüger lebt davon, seine selbst abgefüllten Whiskys zu verkaufen. Aber auch edle Schokoladen hat er im Angebot. Fahrstuhl, Küche, sanitäre Anlage und Büroräume waren ebenfalls einzubauen.

Den ersten Preis - unter anderem eine Flasche Eidora-Whisky - trug die 24-jährige Imke Beckmann aus Itzehoe davon. Sie hat das sechste Semester abgeschlossen und damit einen Bachelor für Raumstrategie und Interiour Design. Mit Whisky hatte sie sich zuvor noch nie beschäftigt, aber vor der Planung viel Literatur gewälzt und sich ein Mal vor Ort in dem alten Backsteinbau mit den dicken Balken umgesehen. Die Umsetzbarkeit, die Praktikabilität ihres Entwurfs überzeugte die Jury. "Aber", so betonte Thomas Krüger, "die ersten beiden Plätze lagen in der Qualität sehr dicht beieinander." So hatte die Zweite, Larissa Seibt aus München, beispielsweise vorgesehen, durch Einschnitte und Glas die einzelnen Ebenen miteinander zu verknüpfen und ein edles Ambiente in dem alten Gemäuer geschaffen.

Bauarbeiter werden jetzt allerdings noch nicht anrücken. Thomas Krüger verhandelt seit langem mit der Stadt über eine neue Nutzung der alten Zuckerrübenfabrik - deren neues Leben, da ist er sich sicher, auch der Innenstadt gut tun würde.

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