Neues Leben für alte Apfelsorten

Stellten das Projekt der Streuobstwiese in Jevenstedt vor: Apfelexperte Sebastian Dorn, die Gärtner Sibylle und Jochen Bock sowie Carsten Ratzke und Andreas Gawarecki (beide Volksbank-Raiffeisenbank, von links).  Fotos: Becker
1 von 2
Stellten das Projekt der Streuobstwiese in Jevenstedt vor: Apfelexperte Sebastian Dorn, die Gärtner Sibylle und Jochen Bock sowie Carsten Ratzke und Andreas Gawarecki (beide Volksbank-Raiffeisenbank, von links). Fotos: Becker

Streuobstwiese in Jevenstedt geplant / Volksbank-Raiffeisenbank will 25.000 Euro spenden / Führungen und gemeinsame Ernten

Avatar_shz von
20. September 2019, 12:08 Uhr

Jevenstedt | Die Volksbank-Raiffeisenbank im Kreis Rendsburg will 25.000 Euro für die Anlage und Pflege einer Streuobstwiese in Jevenstedt zur Verfügung stellen. Die Fläche von fast einem Hektar Größe zwischen der B 77 und der Itzehoer Chaussee stellen Jochen und Sibylle Bock zur Verfügung.

Bei einem Ortstermin erläuterte VR-Regionalleiter Andreas Gawarecki die Hintergründe für die beabsichtigte Spende. „Im Kern geht es darum, dass die Bank ihre Kunden auffordert 1.000 neue elektronische Postfächer innerhalb des Online-Bankings zum 31. Oktober frei zu schalten. Wird dieses Ziel erreicht, so spendet die Bank 25.000 Euro für die Anlage einer Streuobstwiese inklusive einer Wildblumenwiese“, erklärte Gwarecki.

„Die Nutzung des elektronischen Postfaches ist doppelt gut für die Umwelt“, sagte der Marketingleiter Carsten Ratzke. „Direkt über die Neuanlage einer Obstbaum- und Wildblumenwiese und indirekt über die Schonung von Ressourcen im Bankverkehr, weil Kontoauszüge und Bankbenachrichtigungen auf Papier wegfallen.“ Die elektronischen Postfächer seien automatischer und kostenloser Bestandteil jeden Online-Bankings und müssten zur Nutzung einmalig frei geschaltet werden. „Durch die aktive Nutzung der Postfächer profitieren Kunde, Umwelt und Bank“, fügte Ratzke hinzu.

Jochen Bock, der hauptberuflich als Landschaftsgärtner bei der Bildungseinrichtung „Nordkolleg“ in Rendsburg tätig ist, beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit alten Obstsorten. Zusammen mit der Landesgruppe Schleswig-Holstein / Hamburg des Pomologen-Vereins will er jetzt die vorhandenen Obstwiese erweitern. „Es ist nicht damit getan, ein paar Bäume zu pflanzen“, machte Bock deutlich. In den ersten Jahren müssten diese mehrfach geschnitten werden, um eine gute Krone zu erhalten. Zudem müssten die jungen Obstbäume bei Bedarf gewässert werden.

„Es soll ein erlebbarer Obstgarten entstehen“, kündigte Sebastian Dorn, Sprecher der Pomologen-Landesgruppe, an. Geplant seien Führungen und gemeinsame Apfelernten. Zudem könnten Fachleute Interessierten zeigen, wie man Obstbäume veredelt. „Um alte Obstsorten zu erhalten, brauchen wir lebende Bäume“, machte Dorn deutlich. Als Ziel nannte er, die Qualitäten der alten Sorten greifbar zu machen. „Sie sind resistenter gegen Krankheiten und schmecken besser als viele der neuen Sorten.“ Aber nur mit intensiver Pflege würde man gute Bäume erhalten. Diese könnten dann aber ohne weiteres 100 Jahre und mehr Früchte tragen. Dorn brachte einen „Dithmarscher Paradiesapfel“, den Apfel des Jahres 2019, mit.

Auf der knapp einen Hektar großen Fläche sollen 50 Apfelbäume im Abstand von zehn Metern gepflanzt werden. Jochen Bock schätzt, dass in drei bis vier Jahren die ersten Äpfel gepflückt werden können. „Es ist ein Mehrgenerationenprojekt“, so Bock.

Die angekündigten 25.000 Euro der VR-Bank würden die Pflege der Obstbäume über einen Zeitraum von 15 Jahren sichern.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen