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Landeszeitung

23. Oktober 2017 | 21:54 Uhr

Hofgeschichte : Neues Leben auf altem Hof

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Michael Lüke hat den Hof „Ostermühlen“ in Beringstedt gekauft. Neues Leben kehrt auf dem Hof ein. Die Gebäude werden restauriert und alle Hoffnungen ruhen auf dem Hengstfolehen „Chester“.

shz.de von
erstellt am 25.Aug.2013 | 14:31 Uhr

Das neue Reetdach ist ein weithin sichtbares Zeichen, dass sich auf Ostermühlen etwas tut. Auf dem Mühlteich fangen die Seerosen an zu blühen. Die alte Wassermühle aus dem 16. Jahrhundert hat ein neues Rad bekommen, das der Stromerzeugung dient. „Ich hatte zehn Jahre nach einem Hof gesucht. Als ich Ostermühlen sah, wusste ich sofort: das ist es!“, erzählt Michael Lüke, Unternehmer aus dem Nordrhein-Westfälischen Emsdetten, der seit 2011 Besitzer des Hofes Ostermühlen in Beringstedt ist.

Die alte Hofanlage an der Straße zwischen Beringstedt und Osterstedt war über Jahrhunderte im Besitz der Familie Voß. Nach dem Toden des früheren Besitzers Hermann-Otto Voß kaufte Lüke das Anwesen. Nun investiert der Unternehmer in die Erhaltung und Instandsetzung der Gebäude und der gesamten Anlage. Ein Reet gedecktes Haupthaus, diverse Katen und Nebengebäude, Ställe und eine historische Wassermühle mit Fischteichen und Wald gehören zum Hof. Einige Gebäude sind schon wieder aufgebaut oder renoviert. In der Tischlerei hat Mathias Vierth aus Osterstedt eine neue Werkstatt eingerichtet. Er kümmert sich von hier aus um die nötigen Tischlerarbeiten, die auf dem Hof reichlich anfallen.

Im Schweinestall tummeln sich bereits ein paar Angler Sattelschwein-Sauen mit ihren Ferkeln. Ein Bentheimer Eber genießt den Auslauf auf der bis an den Teich reichenden Feuchtwiese.

Im Pferdestall ist nach langer Pause wieder ein Fohlen zur Welt gekommen. Früher betrieb Hermann-Otto Voß auf Ostermühlen eine kleine, aber berühmte Holsteiner Zucht. Tiere aus diesem Stamm sind noch immer auf der ganzen Welt gefragte Turnierpferde.

Michael Lüke möchte ein bisschen davon wieder zurück nach Beringstedt bringen. Er hat eine Stute aus diesem Stamm von einem Hengst decken lassen, der noch auf Ostermühlen zur Welt gekommen war. „Chester“ heißt nun das erste Hengstfohlen, auf dem viele Hoffnungen ruhen.

Der große Investitionsbedarf wird deutlich, wenn man sich dem Hof nähert. Das Haupthaus ist total entkernt worden. Viele Balken mussten ersetzt und Wände ganz neu aufgemauert werden. Unter vielen Schichten von Tapeten haben Arbeiter alte Wandbemalungen entdeckt. Die werden nun aufgefrischt und sollen demnächst wieder die Wände zieren. Lüke legt größten Wert auf ursprüngliche Baustoffe. Es werden nur alte Ziegelsteine verwendet, um die Gebäude wieder aufzubauen. Die Fensterrahmen lässt Lüke originalgetreu nachbauen und die alten Scheiben wieder einsetzen. „Das Haupthaus baue ich für meine private Nutzung aus. Vielleicht möchte meine Tochter hier einmal einziehen“, erzählt Lüke. Außerdem gehören zahlreiche Nebengebäude zu Ostermühlen. Einige davon harren noch ihrer Nutzung. Die alte Schmiede muss wohl komplett neu aufgemauert werden. Auch das ehemalige Backhaus ist in einem maroden Zustand. Dann gibt es noch mehrere Katen, in denen seit vielen Jahren Mieter ihre Wochenendwohnungen haben. Nach und nach wird alles wieder hergestellt und renoviert. Der geteerte Weg vor dem Hauptgebäude soll durch eine Feldsteinpflasterung ersetzt werden.

Lüke ist nur alle zwei bis drei Wochen vor Ort um die Fortschritte der Bauarbeiten zu begutachten. Er ist Mitgeschäftsführer der L&O Holding, einem Unternehmen dessen Geschäftsbereiche sich von Jagd- und Schusswaffen bis hin zu Herstellung von Textilien für Haushalt und Industrie erstreckt. Lüke hat nun mit der ML Agrar- & Forst GmbH eine landwirtschaftliches Unternehmen gegründet, denn der Hof soll sich auf Dauer auch rentieren. „Ich möchte hier profitabel mit artgerechter Tierhaltung arbeiten“, formuliert er seine Ziele für die Zukunft von Ostermühlen. Ein neuer Stall, extra flach gehalten, damit er sich ins Hofbild einfügt, beherbergt bereits 50 Limousin-Rinder. Diese Zucht will Lüke in den nächsten Jahren ausbauen und für deren Ernährung hat er in der Umgebung Land dazu gekauft. „Wir haben hier die Fischzucht mit Zander, Karpfen und Forellen, die Forstwirtschaft, die Rinderzucht, Einnahmen aus Vermietung und Stromerzeugung mit der Wassermühle“, zählt er die Einnahmequellen auf. Der Erhalt des Hofes ist Michael Lüke wichtig: „Es macht mir Spaß etwas aufzubauen. Ich möchte Ostermühlen wieder zu einem schönen Flecken Erde in Schleswig-Holstein machen!“

 

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