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Landeszeitung

11. Dezember 2017 | 10:54 Uhr

Nortorf : Neues Kapitel in der Kirche

vom

Klassik, Spirituals und Jazz im Konzert. Viel Beifall für Posaunenchor und Bläserensemble von St. Martin.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 08:44 Uhr

Nortorf | Das Fußballfieber regierte am Sonnabendabend in Deutschland. Daher wurde das Konzert in der Nortorfer St. Martin-Kirche mit dem Posaunenchor an St. Martin sowie dem dazugehörigen Bläserensemble zeitlich vorverlegt. Damit war der Erfolg gesichert: Die Besucher in dem gut besetzten Gotteshaus hatten viel Freude an den Darbietungen des Posaunenchors und der Bläser unter der Leitung von Universalmusikant Lorenz Jensen.

Eigentlich ist das Fagott das Metier von Lorenz Jensen. An diesem Abend zeigte er jedoch sein Können an der Orgel, am jazzigen Klavier und als Leiter des Posaunenchors. Alles überzeugend im Dienste der Musik und mit großem Gewinn für die Kirchengemeinde.

"An Tagen wie diesem wird Fußballgeschichte geschrieben", begrüßte Pastor Hanns Lothar Kaempfe das erwartungsvolle Publikum. "Und trotzdem haben Sie einen Fuß vor die Tür gesetzt, sind hier her gekommen. Jedes Jahr spüren wir, wie sehr sich die Mitglieder des Posaunenchors einsetzen und das musikalische und kirchliche Leben in Nortorf und Umgebung bereichern."

Eine Bereicherung stellte das abwechslungsreiche Programm wirklich dar. Hier wurde für viele Zuhörer auch ein neues Kapitel Musikgeschichte in der Kirche aufgeschlagen. In drei Sparten Klassik, Spirituals und Jazz führte Lorenz Jensen Werke auf, definierte mit "Jazz" den Begriff und das Programm des Posaunenchors neu.

"Es wäre vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen, solche Stücke aufzuführen, viel zu teuer!" kündigte Jensen das Programm an. Zum Glück ändern sich die Zeiten. Mit Werken der beiden nordelbischen Landesposaunenwarte Werner Petersen und Daniel Rau kamen sinfonische, harmonisch anspruchsvolle Klänge in die Kirche. Mit kleinen Besetzungen aus Mitgliedern des Bläserensembles, dabei Lorenz Jensen am Flügel, erklangen auch jazzig-lebendige Töne, sogar Filmmusik.

Herausragend waren dabei solistische Auftritte von Ralf Lentschat (Trompete, Flügelhorn) und Sebastian Lange- Haffmanns, der auf seiner Tuba wohlklingend in tiefsten Tönen "erzählte", wie das große Instrument beim Schleppen über weite Strecken immer schwerer wird. Auch in Duke Ellingtons "Creole love call" überraschte der Musiker mit tiefsten Edel-Klängen.

Schon vorher hatte der Posaunenchor in den ersten beiden Programmblöcken Gewohntes gespielt: Instrumentale Choräle wie Felix Mendelssohns "Richte mich Gott": Wohlbekannt, aber ohne Worte. Dennoch sangen viele den vertrauten Text im Geiste mit. Ebenso bei den Spirituals in der von Ralf Gössler und Lorenz Jensen arrangierten Fassung der "My Lord, what a morning". Sanglich gespielt, mit strahlendem Schluss, blieb der verdiente Applaus nicht aus. Den gab es auch nach dem Klassiker aller Kirchentage "Gib uns Frieden jeden Tag". Sogar ein Titel von Michael Jackson ("Heal the world") hat es mit dem Posaunenchor an St. Martin in die Kirche geschafft. Einzigartig. So deutlich wie hier war die Wirkung von Musik in der Kirche nur selten zu erleben; anderthalb Stunden voller Fröhlichkeit und Begeisterung. Zwei Zugaben er-klatschte sich das Publikum.

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