Investition : Neuer Zughalt vor den Toren Büdelsdorfs

Vor der Rendsburger Moschee (links) kreuzt die Eckernförder Straße die Bahngleise. Der Nah.SH will auf den brachliegenden Flächen rechts im Bild Bahnstationen bauen – wahrscheinlich vor und hinter den Schienen. Noch ist offen, ob es für jede Richtung einen Halt geben wird.
Vor der Rendsburger Moschee (links) kreuzt die Eckernförder Straße die Bahngleise. Der Nah.SH will auf den brachliegenden Flächen rechts im Bild Bahnstationen bauen – wahrscheinlich vor und hinter den Schienen. Noch ist offen, ob es für jede Richtung einen Halt geben wird.

Station soll ab 2021 bei der Moschee gebaut werden.

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03. August 2018, 10:08 Uhr

Rendsburg | Gegenüber der Rendsburger Moschee soll eine neue Bahnstation gebaut werden. Wie berichtet, wollen das Land und die Deutsche Bahn 74 Millionen Euro in die Sanierung und den Neubau von Bahnhöfen investieren. Auch Rendsburg und Büdelsdorf werden nach Angaben des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein (Nah.SH) profitieren.

Die „Aufenthaltsqualität“ im Rendsburger Bahnhof soll zwischen 2019 und 2020 verbessert werden. Der Bau des Halts „Rendsburg-Büdelsdorf“ ist für 2021 bis 2023 geplant. Nah.SH-Sprecher Dennis Fiedel teilte mit, dass die Anlage südlich der Eckernförder Straße, gegenüber der Moschee, errichtet werden soll. Offen sei, ob für jede Richtung ein Bahnsteig entsteht. Der Nah.SH schickte dem Büdelsdorfer Bürgermeister Rainer Hinrichs aber einen Plan. Eingezeichnet ist beidseits der Gleise ein jeweils 140 Meter langer und 2,75 Meter breiter Bahnsteig. Die Ausstattung umfasst Fiedel zufolge Automaten, Sitze, Häuschen, Licht und Mülleimer. Er schätzt die Kosten pro Bahnsteig auf eine Million Euro und rechnet mit täglich bis zu 600 Ein- und Aussteigern. „Halten würde in jedem Fall die stündlich verkehrende Linie RE 74 zwischen Kiel und Husum, wenn die Verlängerung der Linie RB 75 bis Seemühlen käme, hielten auch die Züge dort.“ Hinrichs bedauert, dass die Züge von und nach Flensburg keine Stopps einlegen sollen.

Das Gelände beidseits der Gleise liegt auf Rendsburger Stadtgebiet. Bürgermeister Pierre Gilgenast erfuhr aber erst aus der Presse, dass die Station tatsächlich kommen soll. Im Gespräch ist sie schon länger. Nördlich der Moschee zweigt ein Gleis Richtung Westen ab, das nicht befahren wird. Grünen-Ratsherr Klaus Schaffner kämpft seit Jahren dafür, die Strecke wiederzubeleben und eine Station „Büdelsdorf“ einzurichten. Die Hitzewelle ist für ihn ein deutliches Zeichen für den Klimawandel. „Die Menschen müssen umsteigen, sonst erleben wir den Kollaps.“

Nach Ansicht des SSW-Fraktionsvorsitzenden Andreas Vollstedt ist der Zughalt ein erster Schritt zur Wiederbelebung der Nebenstrecke. „Für alles andere macht so eine Erweiterung keinen Sinn.“ Notwendig seien aber auch Parkplätze und Ladestationen für E-Autos und E-Bikes. Fiedel schränkt ein: „Die neue Bahnstation steht nicht in direktem Zusammenhang mit einer möglichen Reaktivierung.“

Hinrichs ist ähnlich überrascht wie Gilgenast. Die Stadt Büdelsdorf hatte eigentlich andere Pläne für die Fläche östlich der Gleise. Sie will dort eine Lücke in ihrem Grüngürtel schließen und einen Fahrradweg anlegen. Darauf hätten sich Büdelsdorf und Rendsburg in ihrem gemeinsamen Maßnahmen- und Rahmenplan geeinigt. Geklärt werden müsse auch, wer die Kosten für Parkplätze und Zufahrten trägt. Für die Bürger und den Klimaschutz sei der Zughalt aber ein Gewinn. Bauausschussvorsitzender Gunnar Knabe rechnet nicht mit einer großen Nachfrage. Der Rendsburger Bahnhof hat für ihn Priorität.

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