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Kronwerkt : Neuer Zoff um teuren Straßenausbau

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

1,3-Millionen-Projekt in Kronwerk beschlossen. Anwohner tragen die finanzielle Hauptlast. SPD sieht Stadtwerke in der Verantwortung.

shz.de von
erstellt am 25.Nov.2015 | 18:32 Uhr

Sie erschienen zahlreich – und sie trugen ihre Sorgen vor: „Für uns geht es um sehr viel Geld“, sagte eine Bewohnerin der Dr.-Eckener-Straße am Dienstagabend im Bauausschuss. „Wir wären nicht hier, wenn es nicht so ein wahnsinniger Einschnitt in unsere Finanzen wäre.“ Sie und knapp 20 andere Rendsburger wollten wissen, ob drei Straßen im Stadtteil Kronwerk in den kommenden Jahren erneuert werden. Werden sie. Der Bauausschuss gab nach langer Diskussion mehrheitlich grünes Licht für den rund 1,3 Millionen Euro teuren Ausbau der Graf-Zeppelin-Straße, der Dr.-Eckener-Straße und des Werner-Preuß-Hofs. Die Anlieger müssen gemeinschaftlich 85 Prozent der Gesamtkosten tragen, nach Angaben aus der Bauverwaltung knapp eine Million Euro. Der städtische Anteil von 300  000 Euro wurde in den Haushalt 2016 eingestellt.

Wenn in den verbleibenden politischen Beratungen vor Weihnachten nicht noch ein Änderungsantrag Erfolg hat, kann die Bauverwaltung Anfang nächsten Jahres mit den Planungen beginnen. Erst dann soll nach Angaben von Fachbereichsleiter Frank Thomsen berechnet werden, welche Kosten auf jeden einzelnen Anwohner oder Hausbesitzer zukommen. Nach der schriftlichen Information über die erste Kalkulation werde es eine Bürgeranhörung geben. Es handele sich um den einzigen Straßenausbau mit Beteiligung von Anliegern im kommenden Jahr.

Umstritten ist das Bauvorhaben zum einen , weil die drei betroffenen Straßen an der Oberfläche unterschiedlich stark beschädigt sind. Der Werner-Preuß-Hof macht den besten Eindruck, die Graf-Zeppelin-Straße den schlechtesten. Die Dr.-Eckener-Straße liegt sowohl räumlich als auch technisch-ästhetisch dazwischen.

Zum anderen reibt sich die Politik an dem Hinweis aus der Bauverwaltung, dass die Versorgungsleitungen unter der Straße dringend erneuert werden müssten. „Sie legen das Schwergewicht auf den unterirdischen Bereich“, sagte Ratsherr René Sartorius. „Das kann nicht Grundlage sein, Ausbaubeiträge zu verlangen.“ Vielmehr müsse in diesem Fall der Versorger die finanzielle Hauptlast tragen, konkret die Stadtwerke. Die Grünen waren generell gegen den Ausbau an diesem Standort. „Meine Priorität sind Straßen, die in einem miserablen Zustand sind. Diese gehören nicht dazu“, sagte Ratsherr Klaus Schaffner. Die CDU plädierte für die Instandsetzung aller drei Straßenzüge – ohne Aufschub. Rendsburg könne es sich nicht leisten, ein Jahr mit dem Straßenausbau zu pausieren. „Ich möchte in zehn Jahren nicht nur über geflickte Straßen fahren“, sagte Ratsfrau Anja Ilgenstein. „Wir haben eine Verantwortung der gesamten Stadt und auch dem Haushalt gegenüber.“

Vor der abschließenden Abstimmung scheiterten SPD und Grüne mit Änderungsanträgen. Die Sozialdemokraten wollten den Werner-Preuß-Hof aus der Maßnahme herausnehmen und nur die beiden Nachbarstraßen ausbauen lassen. Problem dabei: Alle Versorgungsleitungen für Dr.-Eckener- und Graf-Zeppelin-Straße verlaufen unter dem Werner-Preuß-Hof. Folglich müsste dieser für die Bauarbeiten ohnehin aufgerissen und danach zumindest zum Teil neu asphaltiert werden.

Wunsch der Grünen war es, den Ausbau insgesamt aufzuschieben, um den Stadtwerken das Feld und wegen der veralteten Leitungen in der Tiefe auch den Handlungsdruck zu überlassen. Am Ende wurde der ursprüngliche Verwaltungsvorschlag mit knapper Mehrheit beschlossen.

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