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Heikles THema : Neuer Vorstoß: CDU will über Hausboote diskutieren

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Es wird ein Standort für schwimmende Gebäude gesucht. Vor zwei Jahren scheiterte Projekt am Widerstand der Stadt.

shz.de von
erstellt am 07.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Die CDU greift ein heikles Thema wieder auf. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es innerhalb der Union Überlegungen, den Bau von Hausbooten auf Wasserflächen innerhalb des Stadtgebiets zu ermöglichen. Das klingt einfacher als es ist. Vor zwei Jahren war ein an der Obereider geplantes Projekt dieser Art gescheitert, nachdem unter anderem die Unternehmensgruppe ACO massive Bedenken angemeldet hatte. Das Unternehmen fürchtete Klagen späterer Hausbootbewohner, die sich möglicherweise durch den von ACO ausgehenden Industrielärm gestört fühlen würden.

Intensiv hatte sich die Stadt damals mit den Hausboot-Plänen zweier Firmen aus Hamburg und den Niederlanden befasst. Drei Jahre wurde diskutiert. Dann – im Januar 2012 – kippte der damalige Bürgermeister Andreas Breitner das Projekt, „um den uneingeschränkten Betrieb von Unternehmen wie ACO am gegenüberliegenden Ufer zu schützen.“ Dennoch wollte Breitner den Hausboot-Investoren nicht endgültig den Stuhl vor die Tür stellen. Er kündigte im gleichen Atemzug an, offen für andere Standorte zu sein. Und genau das ist jetzt für die CDU ein Ansatzpunkt, um einen neuen Vorstoß zu unternehmen. Fraktionschef Thomas Krabbes bestätigt, dass es entsprechende innerparteiliche Diskussionen gibt, betont aber auch: „Wir präferieren keinen Standort.“

Allerdings dürfte der CDU kaum etwas anderes übrig bleiben, als die Obereider wieder in Betracht zu ziehen. Ernsthafte Alternativen sind nicht erkennbar. Der Nord-Ostsee-Kanal als bedeutende Schifffahrtsstraße scheidet aus. Und der Standort Untereider dürfte nach Ansicht von Experten wegen schwieriger Bodenverhältnisse und einer aufwändigen Erschließung für Investoren zu teuer werden. Somit bleibt nur ein wenige hundert Meter breiter Uferabschnitt vor der Parksiedlung, der bereits in der Diskussion vor zwei Jahren favorisiert wurde. Weiter östlich gibt es kaum eine Realisierungschance für ein Hausboot-Areal. Dort grenzen an das Ufer weitere Gewerbegebiete an.

Helge Hinz, Fraktionsvorsitzender der SPD, ist grundsätzlich „offen für jede Idee, die Rendsburg attraktiver macht und neue Menschen in die Stadt lockt.“ Er bezweifelt jedoch, dass eine Hausboot-Siedlung an der Obereider eine gute Idee ist. „Wenn die Firma Ahlmann auf den Drei-Schicht-Betrieb umstellen sollte, weiß ich nicht, ob ich in der Nähe ein Hausboot haben möchte“, sagt der Sozialdemokrat. Daher hält Hinz als Alternative eine genaue Prüfung des Standortes Untereider für überlegenswert – trotz aller damit zusammenhängenden Unwägbarkeiten.

Das Risiko läge bei den Investoren, profitieren würde aber in jedem Fall die Stadtkasse. Denn für die dauerhafte Nutzung einer öffentlichen Wasserfläche muss eine Pacht entrichtet werden. Wie hoch diese pro Jahr ausfällt, geht aus den der Landeszeitung vorliegenden Unterlagen jedoch nicht hervor. Doch dürften diejenigen, die sich ein Hausboot kaufen, auch die Pacht bezahlen können. Der Preis für ein Hausboot wurde vor vier Jahren auf 350 000 Euro kalkuliert.

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