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Diskussion um Hubschrauber : „Neuer Standort für Helikopter kostet Millionen“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Diskussion um den Hubschrauber geht in die nächste Runde: Luftrettung und Imland-Chef äußern sich erneut zur Debatte.

Die Diskussion um den Rettungshubschrauber geht in die nächste Runde: Jetzt melden sich Imland-Klinik und DRF Luftrettung erneut zu Wort. Das Krankenhaus verteidigt den Standort von „Christoph 42“ inmitten der Stadt. Die Luftrettung ist dagegen der Meinung, die Versorgung könnte genauso gut von Schachtholm oder Hohn aus gewährleistet bleiben.

Die gemeinnützige DRF Luftrettung, Betreiber der Station von „Christoph 42“, machte gestern deutlich, dass sie nicht zwingend an den Standort neben der Imland-Klinik gebunden seien. Pressesprecherin Petra Hentschel erklärte, dass es vor dem Hintergrund des Versorgungsauftrags im Kreisgebiet völlig unerheblich ist, ob der Hubschrauber in Rendsburg oder an einem anderen Ort in der Nähe bereit steht. „Solange das Einsatzgebiet von 60 Kilometern nicht beeinträchtigt wird, wäre das unproblematisch“, sagte sie.

Mit Blick auf die Finanzierung und bestehende Verträge sei ein Wechsel jedoch schwierig. Die Kosten für eine Verlegung schätzt sie auf drei Millionen Euro. „Wir können als gemeinnütziger Verein von uns aus einen Wechsel nicht finanzieren.“ Selbst, wenn die Mittel vorhanden wären, ginge das nicht so ohne weiteres. „Wir sind vertraglich mit Stadt und Landkreis an den Platz gebunden“, so Hentschel. Seit genau 40 Jahren startet und landet der Rettungshubschrauber bei der Imland-Klinik.

Für den Geschäftsführer der Imland GmbH Martin Wilde steht fest: „Wir setzen uns für den Standort in Rendsburg ein.“ Nach Ansicht des Klinik-Vorstandes würde sich die Versorgung im gesamten Kreisgebiet verschlechtern, wenn man den Hubschrauberplatz verlegt. Die Klinik bestreitet nicht, dass das Fluggerät nur in seltenen Fällen Patienten nach Rendsburg bringt. Der Transport mit dem Rettungswagen ist oft sinnvoller. Hauptsächlich sei der Hubschrauber dafür da, die Ärzte schnell zum Unfallort zu bringen. Mit einem Standortwechsel befürchtet die Klinik aber, dass der Notarzt nach seinem Einsatz in Rendsburg nicht mehr schnell zu seinem Fluggerät zurückkommt und für die nächste Rettung bereit steht.

Diese Sorge kann die DRF Luftrettung nicht teilen. Sollte der Platz tatsächlich verlegt werden, und ein Patient nicht per Hubschrauber, sondern mit einem Fahrzeug in die Klinik samt Notarzt kommen, fliegt „Christoph 42“ hinterher. Er landet dann trotzdem noch in der Stadt, um den Arzt nach der Behandlung wieder einzusammeln und mit ihm zu seinem neuen Standort oder direkt zum nächsten Einsatz zu fliegen.

Die Idee, den Start- und Landeplatz zu wechseln, steht seit vergangener Woche wieder im Raum. Denn Recherchen der Landeszeitung hatten ergeben, dass Patienten nur in den seltensten Fällen nach Rendsburg in die Klinik geflogen werden. Der Transport mit dem Rettungswagen ist meist sinnvoller, da „Christoph 42“ wegen seines Gewichts nicht mehr in unmittelbarer Nähe der Notaufnahme landen kann. Das bestätigte die DRF Luftrettung auf Anfrage.

Im Bauausschuss diskutieren die Mitglieder schon seit Langem über den Platz des Hubschraubers. Viele Anwohner beschweren sich über die Lärmbelästigung – besonders in der Nacht. Mit Blick auf das geplante Wohngebiet auf dem Gelände der ehemaligen Eiderkaserne sehen die Ausschussmitglieder außerdem die Gefahr, dass Investoren abgeschreckt werden.

Imland-Chef Wilde kündigte gestern an, das Gespräch mit der Politik zu suchen. Diese hatte bereits am Donnerstag im Senat über das Thema diskutiert.

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erstellt am 14.Feb.2015 | 02:13 Uhr

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