Christian-Timm-Schule : Neuer Rektor ist Lehrer aus Leidenschaft

<p>Eike Petersen vor seiner neuen Schule. Der 45-Jährige kennt Rendsburg gut. Er war früher Schüler des Helene-Lange-Gymnasiums.</p>

Eike Petersen vor seiner neuen Schule. Der 45-Jährige kennt Rendsburg gut. Er war früher Schüler des Helene-Lange-Gymnasiums.

Eike Petersen wechselt von Eckernförde nach Rendsburg - und lobt das erfahrene Kollegium.

shz.de von
02. März 2017, 10:08 Uhr

Eigentlich hätte die Christian-Timm-Schule Rendsburg (CTR) schon im letzten August einen neuen Schulleiter bekommen sollen. Doch in der Verwaltung zog sich die Wahl hin und so übernahm Eike Petersen erst vor vier Wochen seine neue Aufgabe. Der gebürtige Owschlager verbrachte seine Schulzeit am Helene-Lange-Gymnasium. Die CTR erhält also einen ehemaligen Rendsburger Schüler, der sich freut, beruflich wieder zu Hause zu sein. Sein trautes Heim nennt der 45-Jährige mittlerweile Alt Duvenstedt. Dort lebt er zusammen mit seiner Frau Eva, seinen drei Kindern und einer Katze.

Seinen neuen Posten tritt Eike Petersen nicht ohne Erfahrung an. Fast sieben Jahre lang leitete er die Grund- und Gemeinschaftsschule in Eckernförde stellvertretend, bevor er sich an der CTR bewarb. „Ich wollte probieren, ob ich eine Schule komplett leiten kann“, begründet der neue Schulleiter seine Entscheidung. Diesen Selbstversuch meistere er bisher ganz gut, findet er und lacht. Seine Vergnügtheit macht ihn sympathisch. Auch die Art, wie er auf seine Schüler zugeht, wirkt interessiert und freundlich – mit einem Lächeln, einem Gruß und einem offenen Ohr. „Einem guten Lehrer geht es immer zuerst um die Schüler“, sagt er überzeugt. Dazu gehöre auch, dass er die Begeisterung für sein Fach übertragen könne. „Nicht alle meine Schüler sollen wie ich Mathematik und Physik studieren. Aber ich möchte ihnen das Grundwissen dafür mitgeben.“ Eine Inspiration waren ihm seine eigenen Lehrer und sein Vater, der dieselben Fächer unterrichtete. „Wir haben zusammen mit meinen drei älteren Brüdern Modelle gebaut und Experimente aus Knoff-Hoff nachgestellt“, erinnert er sich. Die Wissenschaftssendung behandelte Fragen aus dem Alltag. Die haben den Schulleiter schon in Kindertagen interessiert. „Physik ist auch die Ketchupflasche, aus der zuerst gar nichts und dann viel zu viel kommt.“

Nach seinem Studium in Flensburg und seinem Referendariat in Ahrensburg trat Eike Petersen 1997 seine erste Stelle in Geesthacht an. An der heutigen Alfred-Nobel-Schule gab es schon damals einen Vorläufer des heutigen Schulsystems mit einer integrierten Gesamtschule und einer gymnasialen Oberstufe. Das Konzept überzeugte ihn sofort. „Manche Talente zeigen sich erst später. Deshalb ist es gut, wenn Schüler nicht zu früh auf eine bestimmte Laufbahn festgelegt werden.“ Bezüglich integrierter Lehrmethoden lobt Eike Petersen die Lehrerschaft an der CTR: „Das Kollegium bemüht sich stark, alle Schüler individuell zu fördern, und ist in diesem Bereich sehr erfahren.“ Auch die Einstellung stimme. „Geht nicht, gibt’s nicht. Stattdessen wird überlegt, wie neue Erkenntnisse in den Unterricht einfließen können.“ Grundsätzlich scheint die CTR für Eike Petersen auf dem richtigen Weg zu sein. Auf seiner Agenda steht, Projekte weiterzuentwickeln. Ganz vorne dabei: das Medienkonzept. „Wir müssen überlegen, wie wir die neuen Medien sinnvoll in den Unterricht einbringen.“ Besonderes Augenmerk legt der Schulleiter auf Selbstständigkeit beim Umgang mit Informationen aus dem Internet sowie beim lebenslangen Lernen. „Auch im Jahr 2030 sollen sich unsere heutigen Schüler das neue Word aneignen können.“

Arbeit ist bekanntlich nur das halbe Leben. In seiner Freizeit geht Eike Petersen dank seiner Tochter seit Neuestem auf den Golfplatz. „Ich dachte, es wäre wie ein Plausch im Garten. Aber die immense Freude, wenn der Ball tatsächlich mal ins Loch geht, fasziniert mich an diesem Sport.“

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