Nachfolger gefunden : Neuer Baumarkt für den Eiderpark

Bringt „Toom“ die Wende? In der Eiderpark-Mall stehen derzeit vier Geschäfte leer, eine Apotheke ist verschlossen.
Bringt „Toom“ die Wende? In der Eiderpark-Mall stehen derzeit vier Geschäfte leer, eine Apotheke ist verschlossen.

„Toom“ übernimmt bereits heute die ehemaligen „Praktiker“-Verkaufsflächen. Die Eröffnung ist zum Jahresende geplant. Die Geister-Apotheke ruft derweil eine Landesbehörde auf den Plan.

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30. Juli 2014, 15:23 Uhr

Im Eiderpark machte die Nachricht gestern schnell die Runde: Noch in diesem Jahr eröffnet in dem Einkaufszentrum an der Friedrichstädter Straße ein „Toom“-Baumarkt. Der zum Rewe-Konzern zählende Anbieter von Hand- und Heimwerkerbedarf wechselt in den ehemaligen „Praktiker“-Gebäudeflügel, der seit Ende November vergangenen Jahres leersteht. Nach LZ-Informationen kommt es bereits heute zur Übergabe der 9000 Quadratmeter großen Mietfläche. Danach ist eine gründliche Renovierung geplant. Ein Eröffnungsdatum steht noch nicht fest. In der Pressemitteilung des Eiderpark-Verwalters, der Hamburger Völkel Company, ist von „Ende des Jahres“ die Rede. Mit der Toom Baumarkt GmbH sei ein langfristiger Mietvertrag geschlossen worden. „Das Angebot und die umfangreichen Serviceleistungen des Baumarktes werden sich sehr positiv auf die Laufkundschaft auswirken“, sagte Eiderpark-Managerin Susann Schlender. Man sei sicher, den Einzugsbereich des Eiderparks in der nächsten Zeit zu erweitern und weitere neue Mieter gewinnen zu können.

Das wird auch Zeit. In der überdachten Mall des 2000 eröffneten Shopping-Komplexes stehen inzwischen vier Läden leer. Ein Modegeschäft ist seit wenigen Tagen geschlossen. Umso mehr löste die Nachricht vom „Toom“-Zuzug bei den verbliebenen Kaufleuten Erleichterung aus. „Schön, dass der Eiderpark endlich wieder belebt wird“, sagte Susanne Clausen, Verkäuferin bei „Leder Freytag“. „Dann wird auch wieder mehr Laufkundschaft hier unterwegs sein.“

Rätselhaft bleibt indes der Fall der seit dem 7. Juli geschlossenen „Eider Enten Apotheke“. Diese Woche besichtigten zwei ehemalige Mitarbeiterinnen zusammen mit Polizeibeamten das verriegelte Geschäft. Ergebnis: Ohne richterlichen Beschluss gibt es keinen Zugang. Der Betreiber der Apotheke ist mit den Schlüsseln untergetaucht. Hauptmieter ist ein Kieler Apotheker. Auch er wurde von der Situation überrascht und besitzt keinen Zweitschlüssel. Seine Anwältin bezeichnete die Lage als „sehr kompliziert“. Ihr Mandant habe offene Forderungen gegenüber dem Betreiber der Apotheke. Deshalb mache man vom Vermieterpfandrecht Gebrauch. Niemand dürfe Waren und Mobiliar aus dem Geschäft entfernen. Auch im Landesamt für soziale Dienste (LAsD), der für öffentliche Apotheken im Land zuständigen Behörde, ist die Geister-Apotheke inzwischen Thema. Ein Sprecher sagte, „dass gemäß der gesetzlichen Vorgaben ein Apotheker seine Apotheke bis zu einem Jahr schließen kann, ohne dass dies die Betriebserlaubnis beeinträchtigen könnte“. Die Zuständigkeit für die Sicherheit des Arzneimittelbestandes liege weiter beim betreffenden Apothekenleiter. Da der Bestand in verschlossenen Räumen gelagert werde, bestehe ein ähnliches Risiko für das Gemeinwohl wie bei jeder anderen Apotheke auch. Ob jenseits dieser Frage das LAsD aktiv werden muss, wird derzeit geprüft.

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