zur Navigation springen

Rendsburger Ruderverein : Neuer Anlauf für ein Bootshaus mit Betten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Rendsburger Ruderverein legt im Senat überarbeitete Pläne für ein neues touristisches Wassersport-Zentrum vor. Lehnt das Gremium ab, hat der Verein ein Problem.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 11:36 Uhr

Die Stadt werde dem Rendsburger Ruderverein, Zitat, „auch in den nächsten 100 Jahren partnerschaftlich zur Seite stehen“. So endete das Grußwort Rendsburgs zum 100-jährigen Geburtstag des Clubs. Das Jubiläum wurde vor vier Jahren gefeiert. In der kommenden Woche wird das Versprechen auf die Probe gestellt. Am Montag befasst sich der Senat mit Plänen für ein touristisches Wassersport-Zentrum an der Obereider. Es könnte einmal das stark sanierungsbedürftige Bootshaus (Baujahr 1921) ersetzen. Etwa eine Millionen Euro würde der Neubau kosten. Da der Verein die Summe nicht selbst aufbringen kann, soll sie – so die grobe Idee – in etwa zu gleichen Teilen aus Fördermitteln und aus Pachteinnahmen erzielt werden. Der Stadt würden voraussichtlich keine Kosten entstehen. Sie müsste sich jedoch als Träger in die Riemen legen. So fließt mehr Geld aus der Gebietsentwicklungsplanung (GEP) in das Vorhaben, als wenn ein privater Investor auftritt. Bedingung: grünes Licht durch den Senat als Einstieg in weitere Planungen.

„Als Verein kann man ein solches Projekt erst angehen, wenn ein belastbares Finanzierungskonzept vorliegt“, sagt Florian Berndt, der stellvertretende Vereinsvorsitzende. „Das ist jetzt der Fall.“ Zusammen mit einem Sachverständigenbüro habe man die Kalkulation ausgearbeitet. Details wollte Berndt vor der Sitzung des Senats nicht nennen. Das Thema wird nach Art des Alten Rathauses ohne Öffentlichkeit beraten, da es sich um eine Grundstücksangelegenheit handelt. Das Konzept eines Bootshauses mit Betten und Gastronomie bewegt sich jedoch im Rahmen jener Eckdaten, die seit Jahren bekannt sind. Kanuten, Ruderer und Faltbootfahrer sollen am Wickenhagenweg in fünf bis zehn, einfach gehaltenen Zimmern übernachten dürfen. Auch Radfahrer oder Wanderer, die auf der NOK-Route oder dem Jakobsweg unterwegs sind, gehören zur Zielgruppe.

„Da entsteht kein Hotelbetrieb“, betont Berndt. Ein Gastronom pachtet die eine Hälfte des Vereinsheims, betreibt ein Restaurant und ist auch für die Gasträume verantwortlich. Ihre Schuld gegenüber der Stadt, die den kommunalen Eigenanteil zu tragen hat, tilgen die Wassersportler durch die laufenden Pachterlöse. Sie werden durch die Vermietung der Unterkünfte und Einnahmen aus der Gastronomie erzielt. Läuft der Betrieb gut, könnte das Projekt in etwa 15 Jahren refinanziert sein.

Lehnt es der Senat von vornherein ab, hat der RRV ein Problem. Das 93 Jahre alte und schlecht isolierte Vereinsheim verschlingt jedes Jahr Energiekosten von fast 8000 Euro – bei einem Etat von rund 40 000 Euro. Zudem häufen sich die baulichen Mängel. Vor allem das Dach bereitet Sorge. „Es wird nur das Nötigste gemacht. Wir versuchen, dass es nicht hineinregnet“, sagt Berndt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert