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Landeszeitung

18. Dezember 2017 | 18:14 Uhr

Neue Wege

vom

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erstellt am 27.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Vor fünf Jahren glaubten die Rendsburger Lokalpolitiker, sie hätten den Tiefpunkt erreicht. Die Wahlbeteiligung von 39,6 Prozent sorgte damals für Entsetzen, und noch am Wahlabend waren sich alle einig, dass man die Bürger dringend an der Politik in der Stadt beteiligen und ihr Interesse wecken müsse.

Jetzt haben nur noch 33,4 Prozent der Rendsburger von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Zwei Drittel der Wähler verzichteten. "Ich fühle mich nicht gewählt", sagte einer der neuen Ratsherrn. Wenn bei mehr als 1200 Wahlberechtigten gut 100 Stimmen ausreichen, um einen Wahlkreis direkt zu gewinnen, ist ein solches Gefühl durchaus verständlich. Was tun? Weitermachen wie bisher? Dann steht irgendwann tatsächlich die politische Legitimation auf dem Spiel.

In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass öffentliche Sitzungen, Informationen über das Internet und Sprechstunden zu gar nichts geführt haben. Dahinter stand immer der Gedanke, dass die Bürger sich interessieren müssten, wenn man ihnen die Gelegenheit gibt. Das aber scheint für eine große Mehrheit in der Stadt nicht zu funktionieren. Die Frage ist: Machen die Politiker sich und ihre Arbeit nicht genügend publik bei den Wählern? Oder haben die Bürger in Rendsburg einfach andere Sorgen, und Politik ist für sie keinen Gedanken wert?

Wie auch immer man diese Fragen beantworten mag: Von den Nichtwählern ist kein plötzliches Interesse zu erwarten. An der Situation wird sich also nichts ändern, wenn nicht Kommunalpolitik und Verwaltung neue Wege der Bürgernähe finden. Eine schwierige Aufgabe, aber eine der wichtigsten, die vor den neu gewählten Mitgliedern der Ratsversammlung liegt.

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