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Büdelsdorf : Neue Sammelunterkunft nur „Übergangslösung“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Umbau der Turnhalle in der Neuen Dorfstraße zum Flüchtlingsheim hat begonnen. Es wird Platz geschaffen für 22 Bewohner.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2015 | 10:00 Uhr

Pressholzplatten statt Turnmatten: Wo noch vergangene Woche Sportler trainierten, sägen und schrauben seit gestern Handwerker und Elektriker, um die Turnhalle in der Neuen Dorfstraße gegenüber der Emil-Nolde-Schule in eine Flüchtlingsunterkunft umzuwandeln. Bis Ende kommender Woche soll das Gebäude für bis zu 22 Bewohner hergerichtet sein.

„Die Holzplatten schützen den wunderschönen Parkettboden der Halle“, erklärt Oliver Horn, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt in Büdelsdorf. Alle Umbauten sind so angelegt, dass sie das Gebäude nicht beschädigen und leicht wieder entfernt werden können. Die Bausubstanz wird laut Oliver Horn nicht verändert, so dass die Halle zu einem späteren Zeitpunkt wieder für sportliche Aktivitäten genutzt werden kann. Bürgermeister Jürgen Hein: „Schließlich ist diese Sammelunterkunft nur als Übergangslösung gedacht. Langfristig wollen wir am Konzept der dezentralen Unterbringung festhalten.“

Elektriker Bernd Hehlert verlegt die Elektrik für Brandmeldeanlage, Not- und normale Beleuchtung. Hehlert: „So erhält jeder der Räume seine eigene, individuell bedienbare Beleuchtung.“

Was die Verantwortlichen Räume nennen, sind durch mobile Trennwände unterteilte Wohnbereiche, die über keine Decke verfügen. Sie bieten zwar Sichtschutz, Geräusche schirmen sie aber nur bedingt ab. Je nach Belegung können die Wände so umgestellt werden, dass sie entweder für Familien oder Einzelpersonen passen.

Drei Container, zwei für Küche und Aufenthalt sowie einer für Toiletten und Duschen, werden voraussichtlich nächste Woche neben dem Gebäude aufgestellt. Horn: „So lagern wir nutzungsintensive Tätigkeiten aus dem Gebäude aus und schonen es auf diese Weise.“

Wann die ersten Bewohner einziehen werden, steht noch nicht fest. Bürgermeister Hein: „Noch sind wir nicht zwingend auf die neue Sammelunterkunft angewiesen. Sie dient zunächst als Puffer, wenn die letzten Einzelunterkünfte belegt sind.“

Zu den bisherigen Hallennutzern gehört auch der Kindergarten Lummerland. Leiterin Astrid Wilhelm hat Verständnis für die Umfunktionierung. „Wir haben bei uns im Kindergarten einen Bewegungsraum, mit dem wir den Wegfall auffangen können“, sagt sie. „Der bietet zwar nicht den gleichen Freiraum. Aber für den guten Zweck verzichten wir gern. Außerdem soll es ja auch keine Dauerlösung sein.“

Auch ein leerstehendes Bürogebäude in der Wollinstraße soll demnächst zum Asylheim umgebaut werden und Platz für bis zu 25 Bewohner bieten. Die Kosten beider Projekte stehen noch nicht fest.

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