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Neues Leben in der Altstadt? : Neue Perspektive für Hertie-Komplex

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ein Unternehmer will die leerstehende Immobilie in Rendsburgs Altstadt abreißen – und durch ein attraktives Wohn- und Geschäftshaus inklusive Tiefgarage ersetzen.

shz.de von
erstellt am 06.10.2014 | 19:00 Uhr

Die Tage der Hertie-Immobilie scheinen gezählt zu sein. Ein Unternehmer aus der Region will den Komplex kaufen und abreißen. Auf dem Grundstück des Kaufhauses soll ein modernes Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage entstehen. Das Investitionsvolumen beläuft sich nach Informationen der Landeszeitung auf über 18 Millionen Euro. Die Schwierigkeit: Das Projekt rechnet sich nur dann, wenn das Land das Projekt im Rahmen der Altstadt-Sanierung finanziell fördern würde. Die Verhandlungen darüber gehen in die heiße Phase.

„Schade, dass Hertie nicht mehr da ist“, kann man auf Aufklebern an den Schaufenstern des früheren Warenhauses lesen. „Schade, dass das Haus immer noch steht“, werden viele Rendsburger denken, die an der mit jedem Tag weiter verfallenden Immobilie vorbeigehen. Seit August 2009 steht das Gebäude leer. Vom kurzen Gastspiel eines Discounters abgesehen, der hier einen Schnäppchenmarkt betrieb, wusste bisher niemand etwas mit der Immobilie anzufangen. Auch der Investor hat ein Problem mit der Gebäudestruktur in ihrer jetzigen Form. Er will mehrere Läden im Erdgeschoss realisieren, darüber Arzt- und Steuerberaterpraxen, ganz oben schicke Wohnungen mit bester Aussicht auf die Altstadt. Das bedingt einen Neubau, zumal man für Parkmöglichkeiten sorgen muss. Zwar gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft das Parkhaus Nienstadtstraße, doch die Klientel, die sich hochwertige Wohnungen leisten kann, möchte einen eigenen Parkplatz haben. Das lässt sich in der eng bebauten Altstadt nur realisieren, wenn man in die Tiefe geht. Soll heißen: Zum Parken fährt man in den Keller.

Der Unternehmer, der bis zum Abschluss der Verhandlungen ungenannt bleiben möchte, hat ein fertiges Konzept in der Tasche, das sowohl im Rathaus als auch im Kieler Innenministerium als einem der potenziellen Fördergeldgeber bereits Anklang gefunden hat. Bürgermeister Pierre Gilgenast spricht von einem „sehr überzeugenden Konzept eines seriösen Kaufmannes“.

Die Stadt drängt darauf, dass sich Kiel zu einer Förderung durchringt. Für das Rathaus wäre das ein Glücksfall in zweifacher Hinsicht: Die Verwaltung müsste nicht selbst in eine millionenschwere Vorleistung gehen, in dem sie das Objekt kauft und sich anschließend an einer Vermarktung versucht. Zum anderen könnte das Hertie-Zukunfts-Projekt eine Trendumkehr in der südlichen Altstadt auslösen. Gilgenast: „Das wird eine Signalwirkung haben: In der Innenstadt geht es wieder aufwärts.“ Die Bedeutung des Vorhabens für die Innenstadt-Entwicklung stimmt dem Bürgermeister optimistisch, dass sich Städtebaufördermittel dafür einwerben lassen.

Der Investor möchte jedenfalls zügig loslegen. Lassen sich die Fördermodalitäten mit dem Land schnell klären, will er spätestens Ende 2016 sämtliche Bauarbeiten abschließen und das Gebäude einweihen.

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