Kreishafen Rendsburg : Neue Lösung für das Flaschen-Chaos?

Schandfleck: Bürger ließen ihr Altglas ratlos vor den vollen   Containern  am Kreishafen   stehen. Foto: rie
Schandfleck: Bürger ließen ihr Altglas ratlos vor den vollen Containern am Kreishafen stehen. Foto: rie

Am Kreishafen in Rendsburg quollen tagelang die Altglascontainer über. Die Beschwerden häuften sich. Nun hat der neue "alte" Entsorger Remondis gehandelt.

Avatar_shz von
02. September 2011, 11:28 Uhr

RENDSBURG | Mit schnellen Schritten läuft Ines Coveris auf die grünen Container am Kreishafen zu, sie will nur schnell ihre Tüte voller frisch ausgespülter Konservengläser loswerden. Doch beim Anblick des Flaschen-Haufens, der sich vor den vier Behältern angesammelt hat, bleibt sie abrupt stehen. Altglas, so weit das Auge reicht. Die Flaschen stehen oder liegen. Übereinander, in Tüten, im Karton. Reichlich Alkohol. Wein neben Sherry, Schnaps neben Tequila. Oder löslicher Kaffee und Karottensaft. Die Rendsburgerin schüttelt verständnislos den Kopf. "Die Container sind oft überfüllt. Aber so schlimm war es noch nie."
Das war am Dienstag. Mehrere Leser hatten sich bei der Landeszeitung gemeldet, um sich über das Altglas-Chaos zu beschweren. Die Situation am Kreishafen steht dabei nur beispielhaft für das Entsorgungs-Problem, bereits seit Anfang 2010 hatte es immer wieder Ärger gegeben. Damals quollen die Container im gesamten Kreisgebiet immer wieder über. Die Firma Elbe Recycling, die den Auftrag gerade übernommen hatte, versprach Besserung. Doch die trat nicht ein. Daher hatte sich Anfang August dieses Jahres das zuständige Unternehmen "Duales System Deutschland" (DSD) von Elbe Recycling getrennt.
Investitionen im sechsstelligen Bereich notwendig
Jetzt hat ein "alter Hase im Geschäft" wieder den Auftrag ergattert: Remondis aus Melsdorf bei Kiel übernahm Mitte August die Altglas-Entsorgung. Geschäftsführer Tim Mütze sagte der Landeszeitung: "Wir haben die Glasabfuhr im Kreis Rendsburg-Eckernförde Jahrzehnte gemacht. Nun legen wir wieder los. Dass es noch zu Schwierigkeiten kommt, liegt an zwei Problemen: Zum einen mussten wir in den ersten beiden Wochen das vom Vorgänger nicht abgefahrene Altglas entsorgen, 300 bis 400 Tonnen. Normal sind im Monat 600 Tonnen." Daher der Verzug, so Mütze. "Wir kommen damit momentan aber zurecht." Dazu seien viele Behälter in einem schlechten Zustand, weil mangelhafte Technik verbaut worden sei. "Die sind verrostet oder defekt, so dass sie nicht mehr geleert werden können", so Mütze. "Wir werden die mehr als 800 Container an den 340 Standorten bis Ende Oktober sukzessive austauschen und durch unsere ersetzen." Zusätzliche Altglas-Behälter seien nicht geplant, aber auch nicht ausgeschlossen. "Wenn wir einen Standort finden, an dem zu wenige vorhanden sind, werden wir das an die Erfordernisse anpassen", versprach Mütze. Insgesamt seien Investitionen im sechsstelligen Bereich notwendig.
Und was passiert mit dem Altglas-Standort am Kreishafen? Remondis-Geschäftsführer Tim Mütze handelte. Am Mittwoch wurden die Behälter geleert.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen